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FORMEL E SAISONSTART IN DIRIYAH

FORMEL E SAISONSTART IN DIRIYAH

Sims macht das Spiel

Englische Piloten, deutsche Antriebe & österreichische Chefs. Das war der beste Mix beim Saisonauftakt der ABB Formula E in Saudi Arabien. Und so führt nun der (doch nicht) ewige Pechvogel Alex Sims in der Meisterschaft, ist Toto Wolff mit Mercedes Sensations-Führender in der Team-Wertung und Porsche die große Überraschung. Bei den Motoren führt Deutschland gegen den Rest der Welt mit 173:39 (!).
Die Formel-1-Saison 2019 ist noch gar nicht zu Ende, da hat die ABB Formel E schon ihre nächste begonnen.
In Diriyah bei Riad in Saudi Arabien wurden die ersten beiden Rennen ausgetragen. Eine nach wie vor höchst umstrittene Standort-Entscheidung, entsprechend deftig ist die Kritik in aller Welt.

Für den Motorsport war es aber definitiv ein historisches Wochenende – traten doch erstmals (!) die vier großen deutschen Premummarken Audi, BMW, Mercedes und Porsche werksseitig und direkt in einer Meisterschaft gegeneinander an.

Die Botschaft des Engagements: Deutschland hat seinen gefühlten Rückstand in der E-Mobilität gegen Konkurrenten aus China, Indien, Frankreich oder England aufgeholt. Und was den Rennsport betrifft und dieses eine Wochenende in der Wüste, so kann man wahrlich sagen: Made in Germany ist auf einem guten Weg.
173 Punkte eroberten die sieben von deutscher Power angetrieben Teams (also incl. Virgin-Audi, Venturi-Mercedes und dem von ZF betreuten Mahindra Racing), ganze 39 die gesamte Konkurrenz aus fünf anderen Rennställen. Selbst wenn man Mahindra/ZF aufgrund der Kürze der Zusammenarbeit noch dem Rest der Welt zuordnet, wäre die Punktebilanz 171:41.

Kurioserweise wurde aber nie die deutsche Hymmne gespielt: der Sieg am Freitag ging an den Engländer Sam Bird im privaten Virgin aus England, jener am Samstag an Birds Landsmann Alex Sims im BMW. Doch aus historischen Gründen wird bei BMW-Siegen die amerikanische Hymmne für das Einsatzteam i Andretti gespielt, und Michael Andretti durfte sich am Podium feiern lassen.

Aber das ist nur Akustik, die Optik spricht klar für Deutschland:
- BMW dominierte beide Qualifyings und hatte am Samstag kurz sogar einen Doppelsieg zu feiern. Doch Maxi Günter, der anfangs zweitplatzierte Halb-Österreicher bei BMW, wurde Stunden nach dem Rennen wegen Überholens in der Safety-Car-Phase bestraft und zurückgereiht. Trotzdem waren die Münchner vom reinen Speed auf eine Runde her die Schnellsten.

- Porsche sorgte mit Platz 2 für Andre Lotterer für die Sensation am Freitag, die am Samstag bestätigt wurde, als Lotterer diesmal – trotz nun ungünstigerer Quali-Gruppe – als Sechster ins Ziel kam. Zwar wurde auch er wegen eines Überholmanövers unter SC bestraft, doch das tat dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch.
Motorsportchef bei Porsche ist der Steirer Fritz Enzinger, bei der Formel E teilen sich vier Experten unter seiner Führung die operativen Chefrollen. Porsche ist ja das einzige komplett neue Team in der ABB Formel E, der andere Einsteiger Mercedes hatte ja schon die "Testtruppe" HWA Racelab in der vergangenen Saison im Einsatz.

- Mercedes EQ führt nun sogar die Teammeisterschaft an. Toto Wolffs E-Chef Ian James hat ganze Arbeit geleistet. Während sich bei Nick van de Vries noch viel Licht und ein wenig Schatten abwechselten, war Stoffel Vandoorne beeindruckend konstant.

- Audi erwischte einen rabenschwarzen ersten Tag, während das Kundenteam Virgin aber die Power des Aggregates aufzeigte. Und am Samstag stürmte Lucas di Grassi nach einer großartigen Renn-Performance noch auf Platz 2.

Wo es Sieger gibt, sind auch Verlierer zu finden: Mit E-Legende Sebastien Buemi, Pascal Wehrlein, DTM-Star Nico Müller und dem sehr fehlerhaften Felipe Massa ist die Liste der Null-Punkte-Piloten nach der Reise nach Riad noch lang und prominent.
Debütanten wie Brendon Hartley (Dragon) oder James Caladao (Jaguar) konnten dagegen auf Anhieb Zähler holen.

Weiter gehen soll es im Jänner in Santiago de Chile – angesichts der Unruhen dort könnte das Rennen aber noch verschoben oder nach Punta de Este umgeleitet werden. Auch ein zweites Rennen in New York im Juni als Ersatz ist angedacht.

Die Europa-Rennen finden 2020 in Rom, Paris, Berlin und London (Doubleheader) statt. Sie zählen wieder zu den voestalpine European Races. Auch hier ist Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) der Titelverteidiger.

Aber: Alexander Sims, der selbst schon als Unternehmer erfolgreich ist und der schon im Vorjahr in seiner Debütsaison seinen Speed zeigen konnte, verbringt den Jahreswechsel als Meisterschaftsführender in der ABB Formel E Meisterschaft.

SIMs Traum vom ersten Sieg ist keine SIM-ulatuion mehr.
 
Sieger des ersten Rennens der ABB FIA Formel E Season 6: Sam Bird (Virgin)Sieger des ersten Rennens der ABB FIA Formel E Season 6: Sam Bird (Virgin)
Doppelter Pole-Setter, Sieger von Rennen 2, Führender in der Meisterschaft: Alexander Sims (BMW Andretti i Racing)Doppelter Pole-Setter, Sieger von Rennen 2, Führender in der Meisterschaft: Alexander Sims (BMW Andretti i Racing)
Historisch: Das erste Startbild der Season 6: Alex Sims (BMW) führt das Feld in eine jetzt schon geschichtsträchtige Saison.Historisch: Das erste Startbild der Season 6: Alex Sims (BMW) führt das Feld in eine jetzt schon geschichtsträchtige Saison.
Susie Wolffs Venturi-Team ist eines von sieben, die auf einen Antrieb aus Deutschland setzen. Mortara punktete doppelt.Susie Wolffs Venturi-Team ist eines von sieben, die auf einen Antrieb aus Deutschland setzen. Mortara punktete doppelt.
Mercedes-Rookie Nick de Vries im Interview.Mercedes-Rookie Nick de Vries im Interview.
Porsche ist in der Formel E angekommen.Porsche ist in der Formel E angekommen.
Stoffel Vandoorne (Mercedes) ist bereits jetzt voll im Titelkampf dabei.Stoffel Vandoorne (Mercedes) ist bereits jetzt voll im Titelkampf dabei.
Die Fans erlebten jede Menge Action...Die Fans erlebten jede Menge Action...
...mit Sam Bird als Auftaktsieger....mit Sam Bird als Auftaktsieger.
Schon im ersten Rennen kamen Porsche (Lotterer, Zweiter) und Mercedes (Vandoorne, Dritter) auf das Podium...Schon im ersten Rennen kamen Porsche (Lotterer, Zweiter) und Mercedes (Vandoorne, Dritter) auf das Podium...
...zur Freude ihrer Chefs Fritz Enzinger (Porsche)......zur Freude ihrer Chefs Fritz Enzinger (Porsche)...
...und Toto Wolff (Mercedes)....und Toto Wolff (Mercedes).
Alexander Sims ist in der ABB Formel E der Mann der Stunde. Inklusive New York im Juli stellte er seine dritte Pole in Serie auf.Alexander Sims ist in der ABB Formel E der Mann der Stunde. Inklusive New York im Juli stellte er seine dritte Pole in Serie auf.
Der Jubel um die BMW-Piloten war am Samstag groß – allerdings wurde Maxi Günther nach der Podiumzerimonie noch zurückgestuft.Der Jubel um die BMW-Piloten war am Samstag groß – allerdings wurde Maxi Günther nach der Podiumzerimonie noch zurückgestuft.
Peter Terwiesch, Vorsitzender Industrial Automation Business ABB, überreichte die Pokale an die Top-3.Peter Terwiesch, Vorsitzender Industrial Automation Business ABB, überreichte die Pokale an die Top-3.
Gestatten: Das sind die 24 Autos, die den Grid der ABB Formel E 2019/20 bilden. Ein beeindruckendes Werks-Aufgebot.Gestatten: Das sind die 24 Autos, die den Grid der ABB Formel E 2019/20 bilden. Ein beeindruckendes Werks-Aufgebot.
Meisterschaftsstand nach zwei von 14 Rennen in der Season 6 (2019/20):
1. Sims (BMW) 35, 2. Vandoorne (Mercedes) 30, 3. Bird (Virgin) 26, 4. Rowland (Nissan) 22, 5. Mortara (Venturi) 18, 6. Lotterer (Porsche) 18, 7. Di Grassi (Audi) 18, 8. Frijns (Virgin) 10, 9. De Vries (Mercedes) 8, 10. Abt (Audi) 8, 11. Calado (Jaguar) 6, 12. Vergne (DS) 4, 13. Felix da Costa (DS) 3, 14. D´Ambrosio (Mahindra) 2, 15. Evans (Jaguar) 2, 16. Hartley (Dragon) 2.

Team-Wertung:
1. Mercedes 38, 2. Virgin 36, 3. BMW 35, 4. Audi 26, 5. Nissan 22, 6. Porsche 18, 7. Venturi 18, 8. Jaguar 8, 9. DS Techeetah 7, 10. Mahindra 2, 11. Dragon 2, 12. Nio 0.
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