loading...

Toyota GR Yaris

Toyota GR Yaris

Reifeprüfung des Kraftzwergs

Wer das unverfälschte Rallye-Gefühl in einem modernen Neuwagen sucht, kommt am GR Yaris nicht vorbei. Die Kombination aus geringem Gewicht, mechanischem Feedback und einem Allradsystem, das jede Kurve zur persönlichen Bestzeit macht, ist in dieser Form einzigartig. Seit dem Facelift ist das Konzept enorm gereift. Entlang der kroatischen Magistrale, auf Straßen, die so kurvig und wellig sind, dass sie jedem Fahrwerk alles abverlangen, waren wir mit Rallye-Staatsmeister Achim Mörtel unterwegs.
Es gibt Autos, da weiß man sofort: Das ist ein Klassiker von morgen. Als der Toyota GR Yaris im Jahr 2020 auf den Markt kam, sorgte der Dreizylinder-Zwerg mit dem Herz eines Rallye-Boliden für Aufsehen in Sportlerkreisen. 2024 folgte ein Facelift, Toyota ging dabei tief in die Materie und griff viele Verbesserungsvorschläge der Fahrer auf. Jetzt, im Frühjahr 2026, sind wir wieder mit dem GR Yaris unterwegs, und zwar dort, wo er hingehört: Entlang der kroatischen Magistrale, auf Straßen, die so kurvig und wellig sind, dass sie jedem Fahrwerk alles abverlangen. Mit von der Partie ist Achim Mörtel, österreichischer Rallye-Staatsmeister in den Jahren 1996, 1999 und 2006. Er sieht den GR Yaris in der Tradition hochentwickelter Fahrspaß-Autos: „Toyota greift hier ein Konzept auf, wie wir es von der Celica ST185 oder den Mitsubishi Evos kennen. Sie bringen ein echtes Rallye-Auto auf die Straße. Dass Toyota ein Konzept umsetzt, das einfach nur zum Spaßhaben da ist, imponiert mir.“
 
Optisch ist das kompakte Format fast schon eine Ausnahmeerscheinung in einer Welt, in der Autos immer klobiger werden. Freilich ist besonders die Heckansicht wuchtig und macht deutlich, dass hier kein gewöhnlicher Kleinwagen unterwegs ist. Das Design folgt durchwegs der Funktion: breit, stabil und kompromisslos auf Performance getrimmt. Wer dann im Cockpit Platz nimmt, merkt sofort: Hier saßen Leute am Zeichentisch, die selbst gerne schnell fahren. Einer der größten Kritikpunkte des Vorgängers war die Sicht. Der Innenspiegel und der hohe Screen verdeckten oft den Blick auf die nächste Rechtskurve. Das gibt es nicht mehr. Der Monitor ist jetzt deutlich tiefer ins Cockpit gewandert, das gesamte Dashboard wirkt funktional und absolut reduziert. Auch die Sitzposition ist seit dem Facelift völlig neu. Toyota hat die Schienen um etwa vier bis fünf Zentimeter nach unten gesetzt, das verändert das Fahrgefühl massiv. Man sitzt nicht mehr wie ein Passagier oben drauf, sondern ist tief im Fahrzeug integriert. Für Rallye-Staatsmeister Achim Mörtel ganz wichtige Änderungen: „Das Cockpit ist jetzt voll zu Dir gerichtet, total fahrerorientiert. Und Du brauchst diese Sicht nach vorne, um beim schnellen Ritt genau zu wissen, wo man den Einlenkpunkt anvisiert“.
WRC-Gebiet: Mit dem GR Yaris entlang der kroatischen Magistrale, auf Straßen, die so kurvig und wellig sind, dass sie jedem Fahrwerk alles abverlangen.WRC-Gebiet: Mit dem GR Yaris entlang der kroatischen Magistrale, auf Straßen, die so kurvig und wellig sind, dass sie jedem Fahrwerk alles abverlangen.
Achim Mörtel (r.), dreimal österreichischer Rallye-Staatsmeister, mit Motorprofis-Tester Kyrillos Ibrahim: „Ein Werkzeug für Leute, die wirklich fahren wollen.“Achim Mörtel (r.), dreimal österreichischer Rallye-Staatsmeister, mit Motorprofis-Tester Kyrillos Ibrahim: „Ein Werkzeug für Leute, die wirklich fahren wollen.“
In Kroatien sind wir Teile der originalen WRC-Sonderprüfungen abgefahren. Wer diese Strecken kennt, weiß: Der Asphalt ist tückisch. Wellen, Senken, wechselnder Grip. Der GR Yaris leistet seit dem Facelift 280 PS, aber viel wichtiger ist das, was darunter passiert. Das Fahrwerk wurde massiv überarbeitet. Die Ingenieure haben die Federraten angepasst und die Dämpfung in Richtung Dynamik geschärft. Das Ergebnis ist eine Vorderachse, die extrem gierig einlenkt. Während andere Sportwagen auf solchen Wellen unruhig werden, saugt sich der Yaris am Boden fest. Und ein echtes Highlight ist die neue 8-Gang-Automatik. Sie ist zwar eine teure Option, arbeitet aber beeindruckend flink. Die Schaltzeiten sind kurz, und das Getriebe scheint fast vorher zu ahnen, welcher Gang in der nächsten Kehre der richtige ist. Wer lieber selbst Hand anlegt, bekommt natürlich weiterhin die knackige 6-Gang-Handschaltung. Aber egal welches Getriebe man wählt: Die Kraftverteilung des GR-Four-Allradsystems sorgt dafür, dass man förmlich aus der Kurve geschossen wird. Für Achim Mörtl hat sich das Fahrverhalten klar verändert: „Man hat das Fahrwerk beim Facelift deutlich adaptiert. Es ist jetzt sportlicher und dynamischer ausgelegt. Speziell wie die Vorderachse arbeitet, merkst Du sofort, wenn du schneller fährst. Ein echtes Rallye-Auto ist eigentlich kompromisslos, da reden wir nicht von Komfort. Aber auf welligen Straßen kriegst du hier dieses echte Rallye-Feeling. Man kann das Auto extrem sportlich bewegen und spürt genau, was das Auto unter einem macht. Es ist ein Werkzeug für Leute, die wirklich fahren wollen.“
 
Qualität hat ihren Preis, beim ersten Modell war sich Toyota wohl nicht sicher, wie der Markt auf so einen exotischen Kleinwagen reagiert – er war fast zu günstig. Der enorme Ansturm hat Toyota beim Facelift zur preislichen Korrektur bewegt. Unser Testmodell mit der flinken Automatik schlägt mit 68.390 Euro zu Buche, wobei sich auch der Österreich-Aufschlag in Form der CO2-Steuer NoVA erheblich auswirkt. Unter den Kunden sind neue und natürlich auch ältere Motorsport-Fans – sieh haben die goldene Ära des Rallyesports miterlebt haben, als Fahrzeuge wie der blaue Subaru Kultstatus erreichten. Toyota bringt diesen Kult mit moderner Technik zurück in die Gegenwart. Aber es könnte noch eine andere Gruppe geben, für die der GR Yaris interessant ist, mein Achim Mörtel: „Besonders für die finanziell stärkere Kundschaft ist es das perfekte Zweitauto. Wenn du ein 300.000-Euro-Auto in der Garage hast, dann überlegst du dir zweimal, ob du es im Winter bei Salz oder auf einer Schotterstraße fährst. Beim Yaris ist das anders. Da steigst du ein, hast mehr Fahrspaß als in den meisten Supercars, musst aber nicht wie auf ein rohes Ei aufpassen. Er ist robust und er ist schnell.“
 
Der Toyota GR Yaris markiert seit dem Facelift die Reifeprüfung eines Konzepts, das eigentlich keine Konkurrenz hat. Die Kombination aus geringem Gewicht, mechanischem Feedback und einem Allradsystem, das jede Kurve zur persönlichen Bestzeit macht, ist in diesem Segment einzigartig. Er ist keine weichgespülte Marketing-Edition, sondern eine ernstzunehmende Fahrmaschine. Wer das unverfälschte Rallye-Gefühl in einem modernen Neuwagen sucht, kommt an diesem Kraftzwerg nicht vorbei.
Fazit von Motorprofis-Tester Kyrillos Ibrahim: „Wer das unverfälschte Rallye-Gefühl in einem modernen Neuwagen sucht, kommt am GR Yaris nicht vorbei.Fazit von Motorprofis-Tester Kyrillos Ibrahim: „Wer das unverfälschte Rallye-Gefühl in einem modernen Neuwagen sucht, kommt am GR Yaris nicht vorbei."
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT