loading...

Test: Fiat 500 Hybrid

Test: Fiat 500 Hybrid

Stadtbild-Beauftragter

Der Fiat 500 zählte lange zu den meistverkauften Autos des Landes und parkt immer noch an jeder Ecke. Weil die elektrische Version bisher nicht an diese Erfolge anknüpfen kann, muss doch wieder ein Benziner-Cinquecento die Stückzahlen antreiben und das Stadtbild auf italienische Art verschönern. Umsteiger vom bisherigen Verbrennermodell bekommen ein viel besseres Auto – und ein Datenblatt wie aus einer anderen Zeit: 65 PS treffen auf gut 1.000 Kilo. Die Preisliste liest sich jetzt wieder gut.
Worum geht es?
Mehr oder weniger seit Beginn der Aufzeichnungen ist das meistverkaufte Auto Österreichs ein VW-Produkt. Weil die Alpenrepublik aber auch überdurchschnittlich italophil ist, ergab sich 2021 eine weltweit wohl einmalige Konstellation in der Zulassungsstatistik: Nicht nur die Vespa war, wie immer, der meistverkaufte Roller des Landes, sondern auch der Fiat 500 das meistverkaufte Auto. So groß ist die Italien-Liebe nicht einmal in Italien. Den historischen Erfolg im VW-Land Österreich fuhr der Cinquecento als Modellfamilie ein, also altes Verbrenner- und neues Elektromodell gemeinsam. In der Folge konnte der neue 500 Elektro aber nicht annähernd an die Zahlen anknüpfen, die das seit 2007 gebaute Verbrennermodell aufwies. Die Städter taten sich mit dem Laden in der City schwer, sie wollten nicht so tief die Tasche greifen, wie zunächst erforderlich, und obwohl sie vorher nie auf einem 500er Langstrecke gefahren sind, wollten sie offenbar nicht auf die Möglichkeit verzichten. Wie auch immer – hinter der verlangsamten Elektro-Transformation spielt sich durchaus ein industriepolitisches Desaster ab, bei dem freilich nicht nur die Fiat-Mutter Stellantis Milliarden verloren hat, sondern fast die ganze Autobranche. Den schwarzen Peter haben die EU, die Hersteller in eine Antriebstechnik gezwungen hat, bevor sie die Kunden akzeptieren, und Manager wie Ex-CEO Tavares, der ein bisschen zu forsch in die Elektro-Richtung steuerte. Dass Fiat jetzt doch einen 500 Hybrid auf Basis eines 1,0-Liter-Benziners bringt, rückt das Gesamtbild noch nicht gerade, bringt aber schon mal den klassischen Kleinwagen mit Preisen zumindest unter 20.000 zurück, der zunehmend zu verschwinden drohte. Und er befreit die Städter vom weiterhin eher unpraktischen Laden in der Stadt. Die Ironie der Geschichte ist, dass jetzt auch der 500 Elektro schon unter die 20.000-Euro-Schwelle kommt und dadurch immer beliebter wird. „Die Nachfrage nach dem neue 500 Hybrid ist groß, sie geht aber auch beim 500 Elektro nach oben“, freut sich Fiat Österreich-Chef Christian Bley.
 
Was muss man über den Fiat 500 wissen?
Was im Zuge der Elektro-Transformation des Fiat 500 bei den Verbrenner-Fahrern vielleicht ein bisschen untergegangen ist: Das 2020 neu aufgelegte Modell ist nicht nur besser als der von 2007 bis 2024 produzierte Vorgänger, sondern viel besser. Karosserie, Innenraum und Fahrt fühlen sich spürbar hochwertiger an. Die Entwicklungsschritte formen einen kleinen Erwachsenen, der sich mit einer Länge von 3,63 Metern aber weiter im A-Segment der Stadtautos bewegt. Künftig teilen sich Elektro- und Verbrennermodell nicht nur die von Fiat selbst entwickelte Plattform (sie stammt noch aus der Zeit vor der Stellantis-Fusion) und das Werk in Turin, sondern auch die Karosserievarianten: Neben dem Dreitürer gibt es für beide Antriebsarten ein Cabrio und eine 3+1-Version mit einer weiteren Tür auf der Beifahrerseite, die gegenläufig zur vorderen öffnet.
Das 2020 neu aufgelegte Modell ist nicht nur besser als der von 2007 bis 2024 produzierte Vorgänger, sondern viel besser.Das 2020 neu aufgelegte Modell ist nicht nur besser als der von 2007 bis 2024 produzierte Vorgänger, sondern viel besser.
Künftig teilen sich Elektro- und Verbrennermodell nicht nur die Plattform …Künftig teilen sich Elektro- und Verbrennermodell nicht nur die Plattform …
… sondern auch das Werk in Turin und die drei Karosserievarianten.… sondern auch das Werk in Turin und die drei Karosserievarianten.
Als wirklich noch kleines Cool Car hat er inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal, weil ihm mit dem Mini der einzige Fashion-Rivale entwachsen ist.Als wirklich noch kleines Cool Car hat er inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal, weil ihm mit dem Mini der einzige Fashion-Rivale entwachsen ist.
Den 500 gibt es nun doch wieder als …Den 500 gibt es nun doch wieder als …
… Hybrid auf Basis eines 1,0-Liter-Benziners.… Hybrid auf Basis eines 1,0-Liter-Benziners.
Fährt sich extrem angenehm in der Stadt und drumherum. Überland und auf der Autobahn geht jetzt nicht die Post ab.Fährt sich extrem angenehm in der Stadt und drumherum. Überland und auf der Autobahn geht jetzt nicht die Post ab.
Wie schaut er aus?
Stadtbild verschönern, das gehört seit 2007 zu den Kernaufgaben des modernen Fiat 500. Auch wenn die Karosserie des seit 2020 produzierten Modells weiter geschnitten ist – fünf Zentimeter mehr in der Länge, Breite und Höhe – wird ein Cinquecento im Vergleichstest nicht als vernünftigster Kleinwagen durchs Ziel gehen, sondern als führender Vertreter des urbanen Chic. Als wirklich noch kleines Cool Car hat er inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal, weil ihm mit dem Mini der einzige Fashion-Rivale entwachsen ist. Der Fiat 500 seinerseits ist seit dem Modellwechsel von 2020 zwar nicht wesentlich größer, aber deutlich erwachsener und hochwertiger im Auftritt. Dass das Auto bisher nicht gealtert ist, spricht ebenfalls für seine Designqualität. Die Proportionen sind gut, und Details wie Gürtellinie, Frontlichter und Lufteinlass fein ziseliert.
 
Überzeugt der Innenraum?
Die fünf Zentimeter mehr in der Länge, Breite und Höhe sowie eine insgesamt bessere Raumausnutzung machen den Innenraum spürbar luftiger und geben sogar Größeren eine gewisse Bewegungsfreiheit im Auto. Das war im Vorgänger ganz anders. Die Sitze sind größer und bequemer als im Vorgänger. Höhenverstellung gibt es keine, dadurch sitzt der Fahrer relativ hoch, was aber zum Auto passt. Das Lenkrad fühlt sich gut an, der große Retro-Schaltknüppel liegt genau richtig in der Hand. Die Tür wird innen übrigens über einem elektrischen Druckknopf geöffnet, was gut funktioniert.
Auf der Rückbank bleibt es natürlich trotzdem sehr eng und eher auf Kinder ausgelegt. Das Kofferraumvolumen von 183 Litern kann durch Umlegen der Fondlehnen erweitert werden, diese ragen dann aber schräg in die Höhe.
Wie das Außendesign wirkt auch der Innenraum nach fünf Jahren noch frisch, und in dieser Zeitlosigkeit zeigt sich ja immer auch die Designqualität. Das Cinquecento-Feeling hat Fiat beim Modellwechsel von 2020 erhalten, die Einrichtung ist aber modern-minimalistisch und bei Materialien und Verarbeitung deutlich hochwertiger als der Vorgänger. Temperatursteuerung, Start-Stopp-System und Lautstärke werden über Tasten organisiert, das Zusammenspiel von Lenkradfernbedienung und Bordcomputer läuft logisch, das Auto ist also in den wichtigen Bereichen des Alltags sehr benutzerfreundlich. Die Touch-Felder des Multimediasystems sind dagegen relativ klein und während der Fahrt nicht immer leicht zu treffen. Eine kabelloses Smartphone-Einbindung über Apple CarPlay und Android Auto ist ab der zweiten Ausstattungsstufe (Icon) möglich. Übergriffige Assistenten lassen sich halbwegs schnell ausschalten, und die neuesten Nervtöter wie die Fahreraufmerksamkeitsüberwachung sind im Fiat 500 noch gar nicht drinnen. Weil der Schalthebel prominent aus dem Armaturenbrett ragt, ist die Mittelkonsole geräumig, der Cinquecento hat tatsächlich recht großzügige Ablagen. Dazu gehört auch ein eigenes Handyfach mit induktiver Ladefunktion.
Die Einrichtung ist modern-minimalistisch und bei Materialien und Verarbeitung deutlich hochwertiger als der Vorgänger.Die Einrichtung ist modern-minimalistisch und bei Materialien und Verarbeitung deutlich hochwertiger als der Vorgänger.
Die Touch-Felder des Multimediasystems sind dagegen relativ klein.Die Touch-Felder des Multimediasystems sind dagegen relativ klein.
Das Zusammenspiel von Lenkradtasten und Bordcomputer ist logisch.Das Zusammenspiel von Lenkradtasten und Bordcomputer ist logisch.
Die Sitze sind größer und bequemer als im Vorgänger. Höhenverstellung gibt es keine, dadurch sitzt der Fahrer relativ hoch, was aber zum Auto passt.Die Sitze sind größer und bequemer als im Vorgänger. Höhenverstellung gibt es keine, dadurch sitzt der Fahrer relativ hoch, was aber zum Auto passt.
Die Temperatursteuerung wird über Tasten organisiert.Die Temperatursteuerung wird über Tasten organisiert.
Der Cinquecento hat tatsächlich recht großzügige Ablagen.Der Cinquecento hat tatsächlich recht großzügige Ablagen.
Das Kofferraumvolumen von 183 Litern kann durch Umlegen der Fondlehnen erweitert werden, diese ragen dann aber schräg in die Höhe.Das Kofferraumvolumen von 183 Litern kann durch Umlegen der Fondlehnen erweitert werden, diese ragen dann aber schräg in die Höhe.
Welche Antriebstechnik kommt zum Einsatz?
Der Mild-Hybridantrieb kombiniert einen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit einen 12-Volt- Riemenstartergenerator und ist aus dem Pandina bekannt (der aktualisierten Version des alten Panda, nicht zu verwechseln mit dem neuen Grande Panda). Serienmäßig ist ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Das Datenblatt wie aus einer anderen Zeit weißt 65 PS Leistung und 92 Newtonmeter Maximaldrehmoment aus, zu bewegen sind je nach Version 1.055 bis 1.092 Kilo exklusive Fahrer, beim Cabrio auch nur 1.075 bis 1.102 Kilo. Das reicht für 155 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine gemütliche 16,2-Sekuden-Beschleunigung von Null auf Hundert, der kombinierte WLTP-Normverbrauch beträgt 5,1 bis 5,4 Liter. Wer Automatik oder mehr PS will, muss weiterhin zum 500 Elektro greifen, der je nach Version auf 95 oder 118 PS kommt und in neun Sekunden die 100 km/h erreicht.
 
Wie fährt sich der Fiat 500 Hybrid?
Fiat zeigt Humor und lässt den süßen 1,0-Dreizylinder füllig wie einen größeren und dezent sportiven Motor klingen. Lassen Sie mal das Fenster runter, hört sich wirklich nett an. Auch ein bescheidener Dreizylinder ist ein Dreizylinder, also ein recht aufgeweckter Charakter, der ordentlich auf das Gaspedal anspricht und willig hochdreht (die Elektrounterstützung ist dabei eher unmerklich, also sehr mild). Das ganze ist extrem angenehm in der Stadt und drumherum – wo sich der Fiat 500 Hybrid extrem angenehm bewegen lässt, weil kleine leichte Autos in der Stadt eben extrem angenehm sind (es gibt bloß immer weniger, und schon gar keine, die auch schick sind). Entspannt im positiven Sinne ist auch die gut im Armaturenbrett platzierte Gangschaltung, deren weiche Führung und lange Wege in diesem Fall nicht stören, sondern zum Charakter passen. Das gilt auch für die betont softe Lenkung. Klar ist, dass man noch zu jener Sorte Autofahrer gehören muss, denen Schalten Spaß macht, denn auch in der Stadt verlässt jene, die nicht zur schwarzen Kugel in der Mitte greifen, manchmal das Drehmomentglück. Wer sich dagegen noch am aktiven Mitwirken an der Fahrt erfreut, statt mit dem Multimediasystem zu spielen, wird hier seine Freude haben. PS fehlen einem in urbanen Gefilden nie, auch nicht auf den steilen Hügeln der noblen Vorstädte. Parken ist natürlich eine Spezialdisziplin des Autos, dafür braucht man nicht einmal eine Rückfahrkamera (die erst in der höchsten Ausstattung integriert ist).
Wie das Studium des Datenblatts schon vermuten lässt, geht Überland und auf der Autobahn nicht die Post ab. Man lernt dafür Überholen aus dem Windschatten, lässt sich auf langen Steigungen halt überholen oder begnügt sich auch mal mit 110 km/h, statt sich bis zum Erreichen der 130 km/h zu gedulden. Wer ein sportives Auto will, muss eindeutig zum 500 Elektro greifen, der viel flotter loszieht als der 500 Hybrid. Der Testverbrauch des Fiat 500 Hybrid lag je nach Fahrweise zwischen fünf und sieben Litern, ein Schnitt von rund sechs Litern ist in der Praxis plausibel.   
 
Wie schaut es preislich aus?
Der moderne Fiat 500 war nie ein günstiges Auto, aber als sich die Elektroversion anfangs zwischen 25.000 Euro und 40.000 Euro bewegte, gingen die Kunden nicht mehr mit. Inzwischen ist der 500 Elektro repositioniert und startet mit Aktionspreis bei 19.990 Euro, die Listenpreise reichen von 23.900 bis 31.400 Euro. Beim neuen 500 Hybrid lautet der Aktionspreis 17.990 Euro, die Liste weist 19.440 bis 23.900 Euro aus. Dass die Preisliste des Fiat 500 keine Schnäppchen enthält, sich jetzt aber wieder gut liest, zeigt am besten der 500 Hybrid in der Torino-Sonderedition, die gut ausgestattet und schick zurechtgemacht um 21.900 Euro in der Liste steht und einen Aktionspreis von 20.490 Euro hat. Nehmen wir.

Das Fazit?
Im Zuge der Elektro-Transformation des Fiat 500 ist eine wichtige Entwicklung nicht bei den Verbrenner-Fahrern angekommen: Das 2020 neu aufgelegte Modell ist nicht nur besser als der von 2007 bis 2024 produzierte Vorgänger, sondern viel besser. Karosserie, Innenraum und Fahrt fühlen sich spürbar hochwertiger an. In den Genuss dieser Vorzüge kommen jetzt auch jene Städter, die sich beim Laden weiterhin schwer tun und daher Benziner-Fans bleiben. Der 500 Hybrid fährt sich in der City und drumherum extrem angenehm, wenn man noch gerne schaltet. Überland und auf der Autobahn geht nicht die Post ab. Günstig war der moderne Cinquecento nie, die Preisliste liest sich jetzt aber wieder gut, um gut 20.000 Euro bekommt man ein sehr schönes Modell.

Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Das 2020 neu aufgelegte Modell ist nicht nur besser als der von 2007 bis 2024 produzierte Vorgänger, sondern viel besser. Der 500 Hybrid fährt sich in der City und drumherum extrem angenehm, wenn man noch gerne schaltet.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Das 2020 neu aufgelegte Modell ist nicht nur besser als der von 2007 bis 2024 produzierte Vorgänger, sondern viel besser. Der 500 Hybrid fährt sich in der City und drumherum extrem angenehm, wenn man noch gerne schaltet."

DATEN & FAKTEN

Fiat 500 Hybrid

(Februar 2026)

Preis

19.440 bis 23.900 Euro // Aktionspreis 17.990 Euro.

Antrieb

1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, 12-Volt- Riemenstartergenerator, 6-Gang-Schaltgetriebe, Leistung, 48 kW / 65 PS Leistung, Maximales Drehmoment 92 Newtonmeter. Vorderradantrieb.

Abmessungen

Länge 3,63 Meter, Breite 1,68 Meter, Höhe 1,53 Meter, Radstand 2,32 Meter. Kofferraumvolumen: 183 – 440 Liter.

Gewicht

Gewicht 1.055 – 1.092 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 155 km/h, Beschleunigung von 0 – 100 km/h in 16,2 Sekunden. Verbrauch kombiniert laut WLTP 5,1 – 5,4 Liter/100 km.

Testverbrauch

6,1 Liter
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT