loading...

Test: Ford Mustang Mach-E GT Rally

Test: Ford Mustang Mach-E GT Rally

Familie Querfeldein

Den elektrischen Ford Mustang Mach-E gibt es in betont sportlicher GT-Ausführung und mit einem extra Rally-Paket. Für ein familientaugliches SUV sieht das dramatisch aus, fühlt sich aber gar nicht so dramatisch an.
Was für ein Auto ist das?
Der Ford Mustang ist nicht gerade durch Rallyeerfolge bekannt. Genau genommen: gar nicht. Im Gegenteil. Anfangs galt der Klassiker noch als herziges Girlies’ Car, das betuchte Eltern ihren 18-jährigen Töchterchen zur Matura schenken, oder wie das in den USA heißt. „Anfangs“, das war nach dem 17. April 1964, dem Tag, an dem der Mustang in New York als Hardtop-Coupé präsentiert wurde.
Es folgten Cabrio und Fastback, dann wurde der Mustang im Lauf der Jahre größer, länger, bulliger, stärker, schrumpfte dann wieder und mutierte schließlich 2019 überraschend zu einem elektrisch angetriebenen SUV. Die in den 55 Jahren zuvor entstandene Fangemeinde war not amused (Aber das Coupé gibt es eh auch noch.)
Das Elektro-SUV erhielt die Typbezeichnung Mustang Mach-E – in Anlehnung an die Variante Mach 1 des Mustang-Coupés aus den 1970er-Jahren – und einzelne Designelemente, die eine Verwandtschaft zum zweitürigen Mustang suggerieren, weil Ford das eben so wollte. Dass der Elektro-Mustang kein echter Verwandter des legendären Ford Mustang ist, ändert nichts daran, dass Ford mehr Mustang Mach-E verkauft als klassische Mustang. Drei Ausstattungsoptionen stehen für das SUV mit Elektroantrieb zur Wahl: Basis, Premium und GT. Und für den GT um 3.000 Euro Aufpreis das Rally-Paket. Um dieses Auto geht es in diesem Test.

Wie sieht der Mach-E Rally aus?
Von der Grundkarosserie her genauso wie alle Mustang Mach-E, also durchaus stattlich und trotzdem nicht unelegant. Speziell in der Dachlinie haben die Designer das coupéhafte gut hingekriegt. Genau dort sitzt das auffälligste Charakteristikum des Mach-E Rally: ein monströser Heckflügel. Auch die 19-Zoll-Sportfelgen – serienmäßig weiß, für 450 Euro Aufpreis schwarz wie am Testwagen – und die Reifen der Dimension 235/55 sorgen für sportlichen Auftritt. Ihre Optik und der Heckspoiler erinnern an den Rallye-Fiesta, der bis 2021 in der WRC eingesetzt wurde.
Der Testwagen war in Velocity Blue gehalten (Aufpreis 1.500 Euro), es gibt ihn auch in noch dramatischerem Grabber Yellow (im Rally-Paket inbegriffen) und einigen anderen, weniger spektakulären Farben. Zur Rally-Ausführung gehören zudem zwei breite graue Streifen, die sich vor allem über die vordere Haube ziehen und andeutungsweise auf der Heckklappe auslaufen. Wer will, kann sie aufpreisfrei weglassen. Dach und Außenspiegelgehäuse sind schwarz lackiert; auf das für andere Varianten des Mach-E erhältliche Panorama-Glasdach muss man beim Mach-E Rally verzichten. Die Nabenkappen der Räder mit dem galoppierenden Pferd drauf sind glänzend schwarz, der „Kühlergrill“ mattschwarz.
Zum einen ein familientaugliches Elektro-SUV. Zum anderen kann man ihn in GT-Ausstattung mit Rally-Paket als potentes Sportgerät mit Allradantrieb sehen.Zum einen ein familientaugliches Elektro-SUV. Zum anderen kann man ihn in GT-Ausstattung mit Rally-Paket als potentes Sportgerät mit Allradantrieb sehen.
Der Mustang mutierte 2019 überraschend zu einem elektrischen SUV.Der Mustang mutierte 2019 überraschend zu einem elektrischen SUV.
Die dreiteilige LED-Lichtsignatur mit integriertem Blinker.Die dreiteilige LED-Lichtsignatur mit integriertem Blinker.
Das Fahrwerk ist nicht einmal so hart wie erwartet und bietet ausreichenden Komfort. Angenehm ist auch die die exakte und direkte Lenkung.Das Fahrwerk ist nicht einmal so hart wie erwartet und bietet ausreichenden Komfort. Angenehm ist auch die die exakte und direkte Lenkung.
Auffälligstes Charakteristikum des Mach-E Rally: Ein monströser Heckflügel.Auffälligstes Charakteristikum des Mach-E Rally: Ein monströser Heckflügel.
19-Zoll-Sportfelgen: Ihre Optik erinnert an den Rallye-Fiesta.19-Zoll-Sportfelgen: Ihre Optik erinnert an den Rallye-Fiesta.
Auf Schotterpisten kann sich tatsächlich etwas Rallyefeeling einstellen: Der Mustang Mach-E lässt sich brav anstellen und ebenso brav wieder einfangen.Auf Schotterpisten kann sich tatsächlich etwas Rallyefeeling einstellen: Der Mustang Mach-E lässt sich brav anstellen und ebenso brav wieder einfangen.
Was erwartet uns im Innenraum?
Als erstes fällt der große, hochformatige Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts auf. Er ist kein Spezifikum der Rally-Ausführung, sondern in jedem Mustang Mach-E an dieser Stelle montiert. Auf ihm werden Infotainment- und Navigationssystem angezeigt und die meisten Funktionen des Fahrzeugs eingestellt. Hinter dem Lenkrad befindet sich ein vergleichsweise kleines Anzeigeinstrument für die wichtigsten Informationen wie Warnhinweise, Fahrgeschwindigkeit und Reichweite.
Die Sitze sind in Leder-/Wildleder-Optik gehalten; die Oberteile der Vordersitze samt Kopfstützen auf der Rückseite mit weißen Kunststoff-Verkleidungen verschalt. Aluminium-Auflagen auf den Pedalen vervollständigen das Rally-Outfit.
Lobenswert: Die Bedienung ist sehr intuitiv. Mit dem rechten Lenkradhebel wird das Automatikgetriebe angesteuert, mit dem linken Licht- und Scheibenwischerfunktionen geregelt. Die Anzeigen auf dem zentralen Bildschirm sind groß und leicht ablesbar, man trifft sie auch meistens ganz gut beim Hintippen (solange man nicht Rallye-Sonderprüfungen fährt).
Ebenfalls positiv: Der Mustang Mach-E bietet viele Ablagen – in den Türen, in der Mittelkonsole, ein Extrafach für ein Smartphone, außerdem eine Ablageschale mit induktiver Ladefunktion sowie ein großes Staufach mit Deckel unter der Mittelarmlehne.
Der Kofferraum ist groß und die Ladefläche nach dem Umlegen der Fomdlehnen vorbildlich eben. Nur die Skidurchreiche fehlt. Voll familientauglich ist auch die Rückbank, sie baut zwar etwas tief, bietet den Beinen aber reichlich Bewegungsfreiheit.

Welche Technik kommt zum Einsatz?
Der Mach-E GT Rally ist ein Allradler und hat als solcher die große Batterie mit 91 kWh Kapazität. Außerdem zwei E-Motoren, je einen vorn und hinten. Der an der Vorderachse leistet dauerhaft 114 PS, der an der Hinterachse 125 PS. Das ist aber noch nicht die Spitzenleistung. Die wird als Systemleistung mit 487 PS angegeben – dazu stehen gewaltige 950 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Damit erreicht das 2,35 Tonnen schwere Fahrzeug (Leergewicht) Tempo 100 aus dem Stand in 3,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 200 km/h begrenzt.
Geladen werden kann der Akku mit bis zu 150 kW, am Schnelllader ist er in etwas über einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent. An einer AC-Ladestation mit 11 kW dauert’s rund zehn Stunden. Die maximale Reichweite mit vollem Akku nach WLTP beträgt 515 Kilometer.
Fahrwerksseitig ist der Mach-E Rally den Ansprüchen einer dynamisch orientierten Kundschaft angepasst, aber ohne sie mit allzu großer Härte zu überfordern. So ist das MagneRide-Hochleistungsfahrwerk laut Hersteller speziell auf den Rally abgestimmt und hinten sind Performance-Stoßdämpfer eingebaut. MagneRide steht für ein Fahrwerkssystem, bei dem die Stoßdämpfer mit einer Flüssigkeit gefüllt sind, in der Magnetpartikel enthalten sind. Durch elektromagnetische Felder in den Dämpfern kann diese ihre Viskosität verändern – das Fahrwerk passt sich bis zu tausendmal in der Sekunde an die dynamischen Gegebenheiten der Fahrbahn an.
Die Oberteile der Vordersitze samt Kopfstützen ist auf der Rückseite mit weißen Kunststoff-Verkleidungen verschalt.Die Oberteile der Vordersitze samt Kopfstützen ist auf der Rückseite mit weißen Kunststoff-Verkleidungen verschalt.
Das Rally-Paket ist in den Sitzbezügen verewigt.Das Rally-Paket ist in den Sitzbezügen verewigt.
Die Soundbar der B&O-Anlage zieht sich über die Mittelkonslole.Die Soundbar der B&O-Anlage zieht sich über die Mittelkonslole.
Die Sitze geben Halt und sind in Leder-/Wildleder-Optik gehalten.Die Sitze geben Halt und sind in Leder-/Wildleder-Optik gehalten.
Großer, hochformatiger Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts.Großer, hochformatiger Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts.
Vergleichsweise kleines Anzeigeinstrument hinter dem Lenkrad.Vergleichsweise kleines Anzeigeinstrument hinter dem Lenkrad.
Familienauto: Kofferraumvolumen 519 Liter, bei umgelegten Rücksitzen bis 1420 Liter. Die Rückbank ist eher tief, bietet aber viel Beinfreiheit.Familienauto: Kofferraumvolumen 519 Liter, bei umgelegten Rücksitzen bis 1420 Liter. Die Rückbank ist eher tief, bietet aber viel Beinfreiheit.
Wie fährt sich der Ford Mustang Mach-E GT Rally?
Zunächst einmal natürlich brachial, dank des gewaltigen Drehmoments vom ersten Sekundenbruchteil an. Das relativiert sich aber nach einer gewissen Zeit zu der wohltuenden Gewissheit, immer dann genügend Performance zur Verfügung zu haben, wenn sie benötigt wird, etwa bei Überholvorgängen auf der Landstraße. Angenehm ist auch die die exakte und direkte Lenkung. Mit ihr lässt sich das unzierliche Gerät recht präzise auch über holprige und rumpelige Oberflächen steuern. Das Fahrwerk ist gar nicht einmal so hart wie erwartet und bietet ausreichenden Komfort. Alles in allem also ein ausgewogenes Fahrverhalten. Auf Schotterpisten kann sich tatsächlich etwas Rallyefeeling einstellen, der Mustang Mach-E lässt sich brav anstellen und ebenso brav wieder einfangen.
Im Alltag fährt sich der Ford durchaus zivil, folgt gehorsam den Einstellungen der Cruise Control, die allerdings mitunter dazu neigt, durch Verkehrszeichen angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkungen wörtlich zu nehmen – so wird am Ende eines Tempolimits relativ abrupt wieder auf die höchstzulässige Geschwindigkeit beschleunigt und einmal auf der Wiener Südosttangente (durchgehend 80 km/h) irrtümlich sogar auf 130. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, wir fanden im Menü Fahrerassistenzsysteme den Unterpunkt Geschwindigkeitseinstellungen und drehten die entsprechende Funktion ab. Tempolimits und andere Verkehrsbeschilderungen erkennen wir lieber (und verlässlicher) selbst.
Die tatsächliche Reichweite liegt in der Praxis bei rund 450 Kilometern, unter erschwerten Bedingungen wie Winter, Autobahn und Sport noch bei gut 300 Kilometern. 

Wieviel kostet dieser Elektro-Mustang?

So, wie das Testauto auf den Bildern zu sehen ist, sagt die Liste 83.050 Euro. Wählt man die aufpreisfreie Lackfarbe Terrain Sand (eine Art Beige) und entscheidet sich außerdem für die serienmäßig weißen Felgen statt schwarzer, reduziert der Preis sich auf 81.100 Euro (GT-Ausstattung plus Rally-Paket). Dass da eventuell noch größerer Verhandlungsspielraum besteht, zeigt der Blick auf den niedrigster Einstiegspreis für die ganze Baureihe Mustang Mach-E: 55.100 Euro stehen in der Liste, 42.890 Euro lautet der Aktionspreis.

Das Fazit?
Zum einen ist der Mustang Mach-E ein familientaugliches Elektro-SUV. Zum anderen kann man ihn in GT-Ausstattung mit Rally-Paket gleichzeitig als potentes Sportgerät mit Allradantrieb sehen – so sportlich ein SUV eben sein kann. Aber es haben ja auch so manche anderen SUVs fahrdynamische Ambitionen. In diese Kategorie reiht sich der Ford Mustang Mach-E GT Rally zwanglos ein und bietet dazu mit Rallyestreifen und Sportfelgen die passenden optischen Insignien aus dem Motorsport.
Fazit von Motorprofis-Tester Peter Pisecker: „Zum einen ist der Mustang Mach-E ein familientaugliches Elektro-SUV. Zum anderen kann man ihn in GT-Ausstattung mit Rally-Paket gleichzeitig als potentes Sportgerät mit Allradantrieb sehen – so sportlich ein SUV eben sein kann.Fazit von Motorprofis-Tester Peter Pisecker: „Zum einen ist der Mustang Mach-E ein familientaugliches Elektro-SUV. Zum anderen kann man ihn in GT-Ausstattung mit Rally-Paket gleichzeitig als potentes Sportgerät mit Allradantrieb sehen – so sportlich ein SUV eben sein kann."

DATEN & FAKTEN

Ford Mustang Mach-E GT Rally

(Februar 2026)

Preis

Listenpreis Mach-E GT Rally: € 81.800,–: Lackierung Velocity Blue € 1.500,– Aufpreis, Leichtmetallfelgen Rally-Design in Schwarz € 450,– Aufpreis // Einstiegspreis Mustang Mach-E: 55.100 Euro bzw. 42.890 Euro Aktionspreis.

Antrieb

Allradantrieb. Zwei Elektromotoren, Systemleistung 358 kW (487 PS), Drehmoment 950 Nm. Batteriekapazität 91 kWh, Ladeleistung DC bis 150 kW.

Abmessungen

Länge 4743 mm, Breite inkl. Außenspiegel 2097 mm, Höhe 1613 mm. Radstand 2984 mm. Kofferraumvolumen 519 Liter, bei umgelegten Rücksitzen bis 1420 Liter.

Gewicht

Leergewicht 2351 kg, zul. Gesamtgew. 2719 kg, Anhängelast max. 750 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, 0–100 in 3,8 sec. Verbrauch (kombiniert) 21 kWh/100 km, Reichweite nach WLTP 515 km.
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT