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Test: Honda HR-V

Test: Honda HR-V

Klappt besser

Honda schnürt bei den Kompakt-SUVs ein feines Gesamtpaket: Der HR-V ist ein hochseröses Familienauto mit extraschlauen Rücksitzen, sein sparsamer Hybridantrieb auch ein Komfortgewinn.
Um welches Auto geht es?
Die dritte Generation des Honda HR-V ist ein klassisches Kompakt-SUV mit 4,34 Metern Länge und serienmäßigem Hybridantrieb. Trotz Coupé-Elementen im Heckdesign handelt es sich um ein hochseröses Familienfahrzeug. Das war in der ersten Generation noch anders, die Urversion startete 1999 als Dreitürer im Surfer-Style. Nach einer Schaffenspause von 2006 bis 2015 avancierte die zweite Generation zum internationalen Bestseller. Der HR-V Nummer drei ist seit 2021 am Start und wurde 2025 dezent überarbeitet. Im Jahr 2026 ist mit „Advance Sport" eine neue Ausstattung dazugekommen, die inbesondere das Frontdesign verändert – zu sehen in diesem Test. Im dreiteiligen SUV-Portfolio von Honda hat der HR-V den urbansten Zuschnitt, die Baureihen ZR-V und CR-V sind 23 beziehungsweise 36 Zentimeter länger.

Wie schaut er aus?
Der HR-V kommt ohne Chichi, glatte Flächen und schnörkellose Linien dominieren das Außendesign. Zu den auffälligen Elementen gehören die Coupé-Zitate mit schräg gestelltem Heckfenster und versteckten hinteren Türgriffen. Prägend sind auch die flache Motorhaube und Gürtellinie in Kombination mit den wuchtigen Radkästen sowie das Lichtpaneel am Heck. Beim Update von 2025 bekam der Charaktertyp HR-V einen dezenten Feinschliff mit mehr Hochglanzschwarz und modifizierten Lichtern. Premiumlackierungen sorgen für Glanz, dezente Dekorstreifen auf den Seitenschwellern für Frische.


Alternativ zum progressiven Frontdesign mit in Wagenfarbe lackiertem Kühlergrill lässt sich der HR-V auch klassisch und mit sportivem Touch stylen: In der hier getesteten Ausstattung „Advance Sport“ hat er einen schwarzen Wabengrill, markantere Stoßfänger und grau-schwarze 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.
Kompakt-SUV mit 4,34 Metern Länge und serienmäßigem Hybridantrieb. Trotz Coupé-Elementen im Heckdesign ist der HR-V ein hochseröses Familienauto.Kompakt-SUV mit 4,34 Metern Länge und serienmäßigem Hybridantrieb. Trotz Coupé-Elementen im Heckdesign ist der HR-V ein hochseröses Familienauto.
Die grau-schwarzen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und der …Die grau-schwarzen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und der …
… schwarze Grill sind Teil der neuen Ausstattung „Advance Sport“.… schwarze Grill sind Teil der neuen Ausstattung „Advance Sport“.
Neues altes Gesicht: In der Ausstattung „Advance Sport“ mit schwarzem Wabengrill ist der HR-V klassischer als mit dem progressiven Grill in Wagenfarbe.Neues altes Gesicht: In der Ausstattung „Advance Sport“ mit schwarzem Wabengrill ist der HR-V klassischer als mit dem progressiven Grill in Wagenfarbe.
Wie ist er innen?
Honda wird für Qualität und Langlebigkeit geschätzt, und das Cockpit gibt diesen Eindruck wieder. Viele Kunststoffe sind Soft-Touch und machen gleichzeitig einen robusten Eindruck, die ganze Verarbeitung wirkt sehr sorgfältig. Grundsätzlich gestaltet Honda den Innenraum des HR-V konventionell, baut also weiterhin Knöpfe und einen normal großen Automatik-Wahlhebel ein. Beides ist praktisch und trägt zum überdurchschnittlich guten, eigentlich herrlichen Alltagkomfort des Autos bei. Nur die Ablagefächer in der Mittelkonsole könnten größer sein – immerhin gibt es drei, in denen man Brille, Handy, Schlüssel und Co. aufteilen kann.
 
Im Multimedia-Bereich setzten die Japaner keine Maßstäbe, das HMI-System auf dem 9,0-Zoll-Touchscreen ist aber solide. Das Smartphone­ wird über Apple CarPlay kabellos gespiegelt, für Android Auto muss man das USB-Kabel anstecken. Die Rundinstrumente werden wie in allen neuen Autos von einem Instrumentendisplay ersetzt, wobei der Tacho im HR-V weiter als gut ablesbare Uhr dargestellt wird. Die Bordcomputeranzeigen im linken Bereich sind ein bisschen kleinteilig.
 
Die USB-Anschlüsse und den Hinweis für den Beifahrerairbag am Armaturenbrett hätte man aus optischer Sicht besser verstecken können. Eine Honda-Besonderheit sind die L-­förmigen Luftauslässe am rechten und linken Rand des Armaturenbretts, sie leiten die Luft an den Seitenfenstern entlang und reduzieren dadurch den Zug.
 
In der neuen, hier getesteten Ausstattung „Advance Sport“ sind alle Sitze mit einer schwarzen Stoff-Leder-Veloursleder-Kombination bezogen. Rote Kontrastnähte auf Sitzbezügen, Armlehne, Mittelkonsole und Lenkrad sowie rote Akzente an den Türverkleidungen und am Armaturenbrett sind dezente Eyecatcher.
 
Praktisch ist der serienmäßige Honda Digital Key: Das Auto wird per PIN-Eingabe am Smartphone aufgesperrt, gestartet und abgeschlossen. Zusätzlich kann man den HR-V dann per Handy-App mit bis zu fünf festgelegten Personen teilen, ohne den Schlüssel weiterzugeben. Dieses Anti-Schlüssel-Service ist Teil der ”My Honda+" genannten Services und in den ersten drei Jahren kostenlos, danach zahlt man für das Paket inklusive Fahrzeugortung 59 Euro im Jahr.

Wie viel Platz bietet er?
Ein konzeptioneller Unterschied zur Konkurrenz ist die Verlegung des Benzintanks in den vorderen Bereich: Dadurch sitzen Fahrer und Beifahrer im HR-V etwas höher, was weniger integrativ ist, aber das Raumgefühl angenehm luftig macht. Man hat den Eindruck, in einem größeren Auto zu sitzen. Die Fondpassagiere haben ordentliche Beinfreiheit auf der verschiebbaren Rückbank und durch den ebenen Boden auch Bewegungsspielraum. Den freien Raum im hinteren Bereich nutzt Honda für einen der besten Laderaum-Kniffe der Branche: Die Rückbank kann im Verhältnis 60:40 geteilt wie ein Kinositz nach oben klappen, dadurch entsteht ein großer Stauraum zwischen den Vordersitzen und dem eigentlichen Kofferraum. Neben dem zusätzlichen Platz ist auch das Sonderformat praktisch, es lassen sich hohe Gegenstände im Stehen unterbringen, zum Beispiel Topfpflanzen. Der „Magic Seats"-Trick der Honda-Zauberer geht jedenfalls auf.

Zudem ist Honda beim Umlegen der Rücksitze konsequenter als die meisten Mitbewerber und senkt auch die Sitzflächen ab. Das ermöglicht einen komplett ebenen Boden im vergrößerten Laderaum. Vor allem für Familien mit einem Kind ist der HR-V ideal. Durch seine tolle Flexibilität ist das durchschnittlich große Basis-Kofferraumvolumen dann zweitrangig. Das Maximal-Ladevolumen von fast 1.300 Litern ist für die Größenklasse sehr gut.
Honda wird für Qualität und Langlebigkeit geschätzt, und das Cockpit gibt diesen Eindruck wieder. Viele Kunststoffe sind Soft-Touch und gleichzeitig robust.Honda wird für Qualität und Langlebigkeit geschätzt, und das Cockpit gibt diesen Eindruck wieder. Viele Kunststoffe sind Soft-Touch und gleichzeitig robust.
Der konventionelle Automatik-Wahlhebel bietet herrlichen Alltagkomfort.Der konventionelle Automatik-Wahlhebel bietet herrlichen Alltagkomfort.
Die L-­förmigen Luftauslässe neben den Fenstern reduzieren den Zug.Die L-­förmigen Luftauslässe neben den Fenstern reduzieren den Zug.
In der neuen Ausstattung „Advance Sport“ sind alle Sitze mit einer schwarzen Stoff-Leder-Veloursleder-Kombination mit roten Kontrastnähten bezogen.In der neuen Ausstattung „Advance Sport“ sind alle Sitze mit einer schwarzen Stoff-Leder-Veloursleder-Kombination mit roten Kontrastnähten bezogen.
Die Rückbank (hier mit heller Innenaussttatung) kann im Verhältnis 60:40 …Die Rückbank (hier mit heller Innenaussttatung) kann im Verhältnis 60:40 …
… geteilt wie ein Kinositz nach oben klappen. Hohe Gegenstände haben Platz.… geteilt wie ein Kinositz nach oben klappen. Hohe Gegenstände haben Platz.
Honda ist beim Umlegen der Rücksitze konsequenter als die meisten Mitbewerber und senkt auch die Sitzflächen ab. Das ermöglicht einen ebenen Boden.Honda ist beim Umlegen der Rücksitze konsequenter als die meisten Mitbewerber und senkt auch die Sitzflächen ab. Das ermöglicht einen ebenen Boden.
Wie gut sind die Sicherheitsassistenten und wie lässt sich im Honda HR-V der Geschwindigkeitsassistent ISA abschalten?
Die Sicherheitsassistenten sind im HR-V gut abgestimmt, werden also nicht lästig oder übergriffig. Ausnahme ist (wie bei allen neuen Autos) der von der EU vorgeschriebene Geschwindigkeitsassistent ISA, der beim Überschreiten des Tempolimits sofort läutet. Wobei das angezeigte Tempolimit (wie bei allen neuen Autos) nicht immer stimmt.
 
Um die ISA („Intelligent Speed Assistance“ in verklärter Amtssprache) abzuschalten, muss man im Honda HR-V im Hauptmenu des Touchscreens auf die „Fahrzeugeinstellungen“ tippen, den Menüpunkt „Fahrerassistenzsysteme“ wählen, runterscrollen und auf „Display Verkehrszeichenerkennung“ tippen, dort „keine“ wählen. Dann ist die Geschwindigkeitsanzeige im Cockpit deaktiviert und es ertönt kein akustisches Warnsignal, wenn man über der vorgeschriebenen Geschwindigkeit fährt. Wird das Fahrzeug abgestellt, muss das Prozedere im Anschluss wie oben erklärt wiederholt werden.
 
Der Weg zum Abschalten des Geschwindigkeitsassistenten ISA ist also so lang, dass wir ihn im Test nur vor langen Fahrten gegangen sind. Honda sollte bei einem Update auf jeden Fall eine Abkürzung einbauen. In der Zwischenzeit kann man sich nur damit trösten, dass der Warnton zumindest relativ dezent ist.    

Wie funktioniert das Hybridsystem?
Im Hybridmodus liefert der motorbetriebene Generator die Hauptenergie für den Antrieb. Der Verbrenner ist vollständig von den Rädern entkoppelt, Motordrehzahl und Motorlast hängen also von der benötigten elektrischen Antriebsleistung ab. Die Logik dahinter ist die: Der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors unterscheidet sich je nach Betriebszustand deutlich und das e:HEV-Hybridsystem versucht ihn immer am idealen Betriebspunkt zu halten. Das ist leichter, wenn der Motor von den Rädern getrennt ist, man kann zum Beispiel überschüssige Energie in die Batterie laden oder umgekehrt den Antriebsmotor mit Energie aus der Batterie unterstützten. Und weil der Motor ja quasi stationär betrieben wird, müssen Ansprechverhalten oder Leistung nicht ausgereizt werden, ein sparsamer Atkinson-Motor, der ohne Hybrid zu lahm wäre, genügt. Im HR-V handelt es sich um einen 1.5-Liter-Benzinmotor und eine kleine Lithium-Ionen-­Batterie. Die Systemleistung kommt auf 131 PS beziehungsweise 252 Newtonmeter Drehmoment und wird auf die Vorderräder übertragen.

Kurzfristig kann die elektrische Antriebsleistung auch komplett von der Batterie kommen, im EV-Modus wird der Verbrennungsmotor abgestellt. Eine Honda-Besonderheit ist, dass das System auch auf direkten Motorantrieb umstellt, weil das vor allem auf der Autobahn vorteilhaft sein kann. Technisch ist Honda eben immer für Überraschungen gut.
Wie fährt sich der HR-V?
Elegant, wenn man ein bisschen Gefühl im Gasfuß hat. Sanft beschleunigen und das Auto gleiten lassen ist angesagt. Durch den elektrischen Antrieb ist das Ansprechverhalten direkt, speziell in der Stadt macht diese Agilität beim Beschleunigen einen Unterschied. Oft genügt dem Antrieb die Leistung aus der Batterie oder ein bisschen Unterstützung des Verbrennungsmotors, dadurch sind Antriebsgeräusche dezent oder nicht vorhanden. Zudem macht das Auto keine Schaltrucke. Diese Kombination aus Vitalität, Gleichmäßigkeit und Stille ist hoher Komfort für die Kompaktklasse.

Die Fahrleistungen passen, der HR-V ist kein Sportler, aber souverän genug für den Alltag. Wenn der Motor hochdreht, was manchmal auch unvermittelt passieren kann, macht er sich akustisch bemerkbar. Am öftesten kommt das auf der Autobahn vor. Ungebührlich laut wird es aber nicht, zumal Honda die Geräuschdämmung beim Update von 2025 verbessert hat. Und das System wehrt sich bei weitem nicht mehr so gegen Vollgas, wie es Hybridsysteme früher getan haben. Nur extreme Steigungen, Renneinlagen oder Höchstgeschwindigkeit auf der deutschen Autobahn würden größere Anstrengungen bedeuten und sind keine Spezialgebiete des Autos.

Das selbstladende System kommt auf einen ordentlichen Elektroanteil pro Fahrt, in der Stadt können das schon mal drei Viertel der Fahrt sein, im Bereich zwischen 40 und 80 km/h immer noch die Hälfte. Das spiegelt sich in niedrigen Verbrauchswerten nieder, im Test lagen sie zwischen 4,4 Litern beim Cruisen durch Stadt und sieben Litern auf der Autobahn. Im Mix lag der Testverbrauch bei 5,5 Liter, ein für die Klasse sehr guter Wert, der auch ehemalige Dieselfahrer überzeugen wird.

In der Nacht leuchten die Scheinwerfer gut aus, adaptives Fernlicht und Kurvenlicht sind verfügbar, Matrix-Scheinwerfer werden nicht angeboten. 
 
Der Preis passt?
Grundsätzlich argumentiert Honda nicht über den Preis, sondern über die Qualität. Die Tarife reichen von 32.990 Euro für das bereits gut ausgestattete Basismodell bis zu 39.790 Euro für die Vollausstattung. Der Antrieb mit 131 PS Systemleistung ist immer gleich, auch die Optik ist schon beim günstigsten Modell top. Ein genauerer Blick lohnt sich, die Angebote sind attraktiv: So ist beispielsweise das hier getestete HR-V Advance Sport für 36.490 Euro schon sehr komplett und auch schick, außer dem Mettalic-Lack für 750 Euro sind keine weiteren Investitionen notwendig.

Zudem sind bis zu 4.000 Euro Preisvorteil, also unter 29.000 Euro Einstiegspreis, ebenso möglich wie ein Fünf-Jahre-Wartungspaket um 2.190 Euro und Leasing inklusive Wartungspaket ab 119 Euro pro Monat.

Fazit?
Hochseröses Familienauto mit besonders schlauen Rücksitzen und überzeugendem Hybridantrieb. Fährt sich richtig angenehm. Die Qualität ist auch in diesem Honda auffallend. Ein sehr gutes Gesamtpaket.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Hochseröses Familienauto. Besonders schlaue Rücksitze. Überzeugender Hybridantrieb. Fährt sich richtig angenehm. Die Qualität ist auch in diesem Honda auffallend. Sehr gutes Gesamtpaket.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Hochseröses Familienauto. Besonders schlaue Rücksitze. Überzeugender Hybridantrieb. Fährt sich richtig angenehm. Die Qualität ist auch in diesem Honda auffallend. Sehr gutes Gesamtpaket."

DATEN & FAKTEN

Honda HR-V e:HEV

(November 2025)

Preis

32.990 bis 39.790 Euro / Testwagen HR-V Advance Sport 36.490 Euro / Aktions-Bonus bis zu 4.000 Euro.

Antrieb

Hybridantrieb mit 1.5 Liter i-VTEC und E-Motor, Lithium-Ionen-Batterie, Direktantrieb (kein Getriebe). System-Gesamtleistung: Gesamtleistung 96 kW / 131 PS, maximales Drehmoment 252 Nm bei 4.500 U/min. Vorderradantrieb.

Abmessungen

Länge 4.340 mm, Breite 1.790 mm, Höhe 1.582 mm. Radstand 2.610 mm. Kofferraumvolumen 319 – 1.289 Liter.

Gewicht

Eigengewicht 1.380 – 1.415 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 1.870 kg.

Fahrwerte

Beschleunigung 0-100 km/h in 10,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, WLTP-Normverbrauch kombiniert 5,4 Liter, CO2-Emission kombiniert nach WLTP 122/km.

Testverbrauch

5,5 Liter.
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