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ALPINE-JUNGSTAR AUS CHINA IN SPIELBERG

Guanyu Zhou – merken Sie sich den Namen!

Von einem erfolgreichen Chinesen in der Formel 1 hat Bernie Ecclestone schon vor einem halben Jahrhundert geträumt – heute dürfte er in Spielberg landen. Wenn Guanyu Zhou heute in Spielberg im ersten freien Training im Alpine von Superstar Fernando Alonso sitzt, dann könnte das eine historische Stunde werden. Denn im Gegensatz zu diversen Marketing-Gags vor ihm hat Zhou, der 2005 als Kind schon Alonso live angefeuert hatte, eine (vielleicht große) Zukunft in der Formel 1.

Es war in den Goldenen 1980-er Jahren der Formel 1, da träumte Bernie Ecclestone schon von einer diversen Formel 1.
Freilich: Man kann vermuten, dass es ihm dabei weniger um die Basics menschlichen Zusammenlebens ging, sondern um stark komerzielle Überlegungen. Sein Traum: "Ein  guter Deutcher, ein Schwarzer, eine Frau und eine Chinese sollten in der Formel 1 fahren – das würde ordentlich Kohle bringen!"

Heute sind Michael Schumacher und Lewis Hamilton Rekord-Weltmeister, Susie Wolff brachte es zu Einsätzen in offiziellen Trainings – nur die Chinesen hatten bislang nur ein paar De-facto-Showruns von nicht sonderlich begabten Piloten zu bieten.

Das ändert sich heute um 11 in Spielberg am Red Bull Ring (live in ServusTV, ORFeins, Sky). Dann wenn Alpine-Testfahrer Guanyu Zhou in das Cockpit von Fernando Alonso steigen darf und in dessen Auto, das erste freie Training zum Austrian Grand Prix fahren wird. "Das ist ein guter Junge, talentiert und aufmerksam. Ich freue mich, dass er diese Chance bekommt und ich versuche ihm zu helfen, wo ich kann."
Etwa beim gemeinsamen Trackwalk, wo Alonso Zhou die Tücken der steirischen Panorma-Straße zeigte.
Für Zhou ist das alles wie ein Traum: 2005 hatte er als Fan den China-GP besucht, und das mit einer großen Alonso-Fahne, als Riesen-Fan.
Nun sind sie Teamkollegen.

"Am Freien Training eines Formel-1-Grand-Prix teilzunehmen, ist so, als würde ein Traum in Erfüllung gehen", sagt der 22 Jahre alte Chinese.


Zhou tritt in die Fußstapfen von Quinghua Ma, der als bislang einziger Fahrer aus dem chinesischen Kernland an einem Formel-1-Weekend teilnahm. Ma fuhr 2012 und 2013 fünf Trainings für HRT und Caterham. Zudem absolvierte der Hongkong-Chinese Adderly Fong 2014 das Freitagstraining für Sauber in Abu Dhabi.


"Es wird ein sehr besonderer Moment für mich. Ich werde mich so gut wie möglich vorbereiten, um bereit zu sein und sicherzustellen, dass ich alle Aufgaben, die mir das Team auferlegt, erfüllen kann", so Zhou.


Fahren kann er: Nach drei von acht Rennwochenenden in der Formel 2 führt Zhou die Gesamtwertung mit fünf Punkten Vorsprung vor dem Australier Oscar Piastri an – gegen Klasse-Gegner wie Liam Lawson oder Yuri Vips. Zhou gehört seit 2019 zur Nachwuchsabteilung des Rennstalls Alpine, der damals noch Renault hieß. So fuhr er beim Young Driver Test in Abu Dhabi.


Alpine-CEO Laurent Rossi ist happy: "In seiner Rolle als Testfahrer hat Guanyu an Test- und Simulatoreinheiten teilgenommen. Ein Freies Training zu fahren ist nun der nächste logische Schritt."

Was aber sollte man über Zhou noch wissen?

Er hat in der Lockdown-Zeit Geschichte geschrieben und den ersten offiziellen virtuellen Formel-1-Grand-Prix gewonnen (nach harten Kampf gegen Servus-TV-Experte Philipp Eng). Freilich relevanter: er hat heuer in Bahrain und in Monaco in der Formel 2 gewonnen und führt im Championat.

Und das 14 Jahre nachdem er im Kart begonnen hat. 2012 zog er nach England um sich ganz auf seine Karriere in Europa zu konzentrieren, bald danach kam er in das Ferrari-Nachwuchsprogramm, das ihn bis in die Formel-3-Euroserie brachte, wo er 2018 gegen seinen Teamkollegen bei Pream, gegen Mick Schumacher, verlor.

Danach wechselte er in das Nachwuchsprogramm von Renault, prompt ging es bergauf: 2019 bester Rookie in der Formel 2 (Siebenter, und damit diesmal vor Schumacher), Sieg und Rundenrekord in Silverstone. 2020 wurde er Sechster (ein Sieg), stand aber etwas im Schatten von Callum Illot.

Doch heuer wird Zhou im Up-Modus. Kommt er unter die Top3 der Formel 2, könnte er in die Formel 1 aufsteigen.
Heute kann er zeigen, was er in einem Formel-1-Auto kann. Auf die Zeit schauen kann man aber nur bedingt. Alonso: "Er wird viel Testarbeit machen müssen, dass ist das Wichtigste in diesem ersten Training."


Anmerkung:
Unter diesen Links lesen Sie Interviews mit seinen Teamkollegen Fernando Alonso und Esteban Ocon.





 

2005 als Fan von Alonso beim China-Grand-Prix – 2021 im Training in dessen Auto. Manchmal (selten) werden Träume eben doch wahr.2005 als Fan von Alonso beim China-Grand-Prix – 2021 im Training in dessen Auto. Manchmal (selten) werden Träume eben doch wahr.
Beim Trackwalk in Spielberg bekommt Zhou wertvolle Tipps von seinem Idol und Teamkollegen Fernando Alonso.Beim Trackwalk in Spielberg bekommt Zhou wertvolle Tipps von seinem Idol und Teamkollegen Fernando Alonso.
Die Karriere von Guanyu Zhou geht Schritt für Schritt voran ...Die Karriere von Guanyu Zhou geht Schritt für Schritt voran ...
...und das mit einem Helm in seinem ganz persönlichen Design....und das mit einem Helm in seinem ganz persönlichen Design.
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