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DTM

Auer siegt wie Lauda!

Auch die DTM ist dieser Tage eine reine Home-Office-Meisterschaft. Und die Rennen finden im Simulator statt – mit einem Sieger aus Österreich! Lucas Auer war heute im virtuellen Anderstorp der Mann des Tages: Platz 1 und Platz 2. Vor 42 Jahren hatte Niki Lauda auf der echten Rennstrecke in Schweden Formel-1-Geschichte geschrieben – als er mit einem "Staubsauger" den Grand Prix gewann. Bei uns können sie sowohl Auers Sieg als auch jenen von Lauda 1978 sehen. Die Formel 1 mit dem Original-Kommentar von Heinz Prüller!
Wäre ein Simulator das echte Leben, dann hätte man heute in der DTM die österreichische Hymmne gespielt – oder vielleicht sogar das Kufsteinlied.

Lucas Auer war heute bei der zweiten Station der DTMEsports Classic Challenge der „Mann des Tages: Der Tiroler holte sich im ersten Rennen nach Pole Position Rang 2 (hinter seinem MarkenkollegenTom Blomqvist, einem "halben" Schweden), im zweiten Rennen feierte er von Startplatz 4 aus dann seinen ersten Sieg für BMW, und ließ seinen Markenkollegen Sheldon Van Der Linde (Südafrika) hinter sich!
Auer zeigte in beiden Rennen unerhörtes Kämpferherz, lieferte sich fast über beide Renn-Distanzen erbitterte Duelle und zeigte dabei, dass er als Neueinsteiger in die Sim-Race-Szene sehr schnell gelernt hat und bereits auf Top-Niveau fährt. Seine Leistungen gelten in der Szene als absolute Sensation – hat er sich doch in der Vergangenheit nur wenig mit Sim-Racing beschäftigt, und stattdessen meistens Tausende von Trainings-Kilometern im Kart abgespult.
Schon in der Vorwoche beim DTMEsports-Auftakt war Auer als Fünfter bester BMW-Pilot.
Nächsten Sonntag geht es ab 14 Uhr mit der dritten Station und zwei Rennen weiter – live zu sehen auf Youtube.

Auer ist jedenfalls happy: „Das waren heute zwei total lässige Rennen auf der Strecke in Anderstorp. Auch wenn es nur virtuelle Rennen sind. Aber da waren alle dicht beisammen. Da gab es viele sehr gute Manöver, die Führung hat fast jede Runde gewechselt. Ich bin dabei total ins Schwitzen gekommen. Aber es hat Riesenspaß gemacht und ich bin total happy. Jetzt freue ich mich schon auf nächsten Sonntag.“

Viele Rennsport-Fans werden jedenfalls bei der heutigen Übertragung sentimental geworden sein. Auf der Rennstrecke in Schweden, wo die DTM am 16. Juni einen "echten" Auftritt geplant hatte, hatte Niki Lauda 1978 einen seiner legendärsten Siege gefeiert. Er gewann in einem Brabham-Alfa, der von Star-Konstrukteur Gordon Murray mit einer genialen Idee beschleunigt worden war.
Im Heck des Brabhams war ein Ventilator befestigt, der offiziell zur Motorkühlung eingesetzt wurde. Tatsächlich erzeugte der Ventilator einen Unterdruck unter dem Wagen und erhöhte somit den Anpressdruck des Brabhams. Man nannte den Ventilator "Staubsauger".
Niki fuhr allen auf und davon – wie man in den Videos unten sieht. Wir verlinken Ihnen die ORF-Live-Übertragung vom damaligen Rennen – mit dem Originalkommentar von Heinz Prüller!
Eine Woche nach dem Schweden-Grand-Prix wurde das Ventilatorsystem verboten, da der Unterdruck angeblich Steine aufschleuderte. Brabham kämpfte nicht gegen das Urteil an – Teamchef Bernie Ecclestone kam den anderen Rennställen also entgegen. Als Teil des Deals wurde seine Macht in der Formel 1 dadurch noch größer.

Im Link unten sehen Sie Auers Siegesfahrt heute.
Wann die echte DTM heuer in die Saison startet, steht noch in den Sternen. Zuletzt hatte Formel-E-Boss Alejandro Agag sogar die Idee von Doppelveranstaltungen der beiden Serien in den Raum gestellt.
Mit Auer (BMW), Philipp Eng (BMW) und Ferdinand Habsburg (Audi) wären drei Österreicher diese Saison dabei.
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