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JOCHEN-RINDT-SHOW AUF SERVUS TV

"Jochen wäre weiter gefahren!"

Graz gedenkt in diesen Monaten dem legendären Jochen Rindt – auf würdige und beeindruckende Weise. Am Beginn dieser Gedenk-Zeit erinnerten sich seine Witwe Nina Rindt, sein enger Freund Dreifach-Weltmeister Jackie Stewart und andere Weggefährten an den legendären Formel-1-Piloten aus Graz. Und eine Aussage von Nina Rindt sorgt dabei für Aufsehen. Bei uns können Sie die Sendung (noch einmal) sehen.
So eine würdige Ehrung für einen Rennfahrer aus der Stadt gibt es nur an wenigen Orten der Welt:
Jochen Rindt,
der 1970 posthum Formel-1-Weltmeister wurde und bis heute ein Idol von Generationen ist, der auch von Stars wie Sebastian Vettel verehrt wird, wird ein weiteres Mal und so prominent wie noch nie in Graz gewürdigt und gefeiert.
Coronabedingt mehr als ein Jahr nach seinem 50.Todestag trifft sich die Weltelite des Motorsports am Donnerstag in der Steiermark: FIA-Präsident Jean Todt, Formel-1-Boss Stefano Domenicali, Langzeit-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, Dreifach-Weltmeister Jackie Stewart, Red-Bull-Formel-1-Boss Helmut Marko – sie alle gedenken gemeinsam mit Jochens Witwe Nina und seiner Tochter Natascha dem Weltstar aus Graz: Jochen bekommt einen eigenen Platz, der nach ihm benannt wird, eine Straßenbahn fährt unter seinem Namen und in der Innenstadt wird über die Zukunft des Sports diskutiert während im Stadtmuseum an das Leben der Legende erinnert wird.


Als Auftakt dieser "Jochen-Rindt-Gedenkzeit" widmete Servus TV seine Sendung "Sport und Talk" am Montag zu weiten Teilen auch dem Thema Jochen Rindt. Und das mit hochkarätiger Besetzung unter der Moderation von Andreas Gröbl: Nina Rindt und Jackie Stewart sprachen gemeinsam mit Peter Peter und Hans-Joachim "Strietzel" Stuck über ihre Erinnerungen an Rindt. Nina Rindt überraschte dabei mit einer Aussage besonders: Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Jochen seine Karriere nach der Saison 1970 beenden wollte (wovon etwa sein Freund Jackie Stewart überzeugt ist), weiß sie, dass ihr Mann noch ein, zwei Jahre weitermachen wollte um den Ruhm für weiteres Geldverdienen zu nutzen. Dies sei noch bei der gemeinsamen Fahrt nach Monza, bei der Nina und Jochen von Bernie Ecclestone (damals so ein Art Managerfreund von Rindt) begleitet wurde, Thema gewesen – und entschieden worden.


Hier die wichtigsten Aussagen aus dem Talk, der noch bis Montag in der Mediathek von  Servus TV zu sehen ist – und zwar hier im Link.



„Ich kann gar nicht begreifen, wie er so eine Legende werden konnte.“
Nina Rindt über den Mythos, der um Jochen Rindt in Österreich entstanden ist.

„Jochen hat den Motorsport in Österreich populär und gesellschaftsfähig gemacht. Mit seiner Ausstrahlung und seinem Charisma hat er die Motorsportwelt bewegt.“
Peter Peter über das Vermächtnis von Jochen Rindt.

„Auf der Strecke hatte er die perfekten Manieren. In Silverstone gab es einmal 30 Überholmanöver zwischen mir und ihm. Jeder konnte dem anderen trauen, dass er keinen falschen Move macht.“
Jackie Stewart schätzte die Fairness von Jochen Rindt auf der Strecke.

„Jim Clark war auch einer meiner besten Freunde. Es gab eine ganz große Kameradschaft zwischen den Fahrern, zum Beispiel auch mit Graham Hill. Wir waren wie eine Familie. Das ist der Unterschied zu heute.“
Jackie Stewart über das enge Verhältnis unter den Piloten im Fahrerlager.

„Wenn man jung ist, denkt man nicht über die Gefahren nach. Später sieht man es anders. Mein Vater war ja auch Rennfahrer und hat es überlebt. Erst nachdem Jim gestorben war, dachte ich, es könnte uns vielleicht auch passieren. So waren die Zeiten. Und Colin Chapman hat dabei sicher nicht geholfen.“
Nina Rindt drängte den Gedanken der Gefahr stets weg.

„Ich persönlich glaube nicht, dass Jochen nach dem WM-Titel weitergefahren wäre. Und es war klar, dass er die WM in dem Jahr gewinnt. Er hatte andere Pläne. Er stand Bernie sehr nahe und wollte mit Freunden Geschäfte machen. Er hatte andere Ziele.“
Jackie Stewart geht davon aus, das Rindt nach 1970 aufgehört hätte.

„Meine Frau Helen hat 57 Fahrer gezählt, mit denen wir Rennen gefahren und die getötet worden sind. Es war eine sehr gefährliche Zeit, die Strecken waren anders. Durch das Element der Gefahr entstand auch eine besondere Beziehung.“
Jackie Stewart über die vielen Todesfälle im damaligen Motorsport.

„Beim Unfall vom Jochen hatte ich zum ersten Mal einen richtigen Schock, weil ich ihn relativ gut kannte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, was alles passieren kann.“
Hans-Joachim Stuck nahm die Gefahr erst nach Jochen Rindts Tod wahr.

„Jochen sagte mir, wenn ich Weltmeister werde, muss ich noch ein Jahr fahren, um Geld zu verdienen. Vielleicht sogar zwei, um noch mehr zu verdienen.“
Nina Rindt widerspricht ihrem Nachbarn Jackie Stewart.

„Mit Niki Lauda hat sich die Lücke in den nächsten Jahren wieder geschlossen. Die beiden haben sich nur sehr kurz gekannt und sehr respektvoll voneinander gesprochen.“
Peter Peter über die Phase im heimischen Motorsport unmittelbar nach Rindts Tod.

Besonders betroffen macht aber diese Aussage von Nina, die sich an die Stunden vor dem Unfall erinnerte und daran, dass Jochen dem schnellen, aber zerbrechlichen, Lotus 72 nicht traute. Sie erinnert sich: «Jochen hatte Colin Chapman gesagt, dass er den 72er-Lotus nicht mehr fahren wollte - er wollte den 49er haben. Chapman sagte: 'Wir sind jetzt hier und ich habe nur den 72er hier. Entweder du nimmst ihn, oder du fährst gar nicht.' Jochen war sehr wütend damals.»


 Alle Infos zum Jochen-Rindt-Gedenken in Graz lesen Sie hier.

Jochen Rindt (1942 bis 1970). Nicht nur in Graz eine Ikone, Weltmeister 1970 – posthum mehrere Wochen nach seinem Tod am 5. September.Jochen Rindt (1942 bis 1970). Nicht nur in Graz eine Ikone, Weltmeister 1970 – posthum mehrere Wochen nach seinem Tod am 5. September.
Selbst eine Straßenbahn hat in Graz seinen Namen, nun auch ein Platz in Graz-Reininghausgründe.Selbst eine Straßenbahn hat in Graz seinen Namen, nun auch ein Platz in Graz-Reininghausgründe.
Jackie Stewart war Rindts härtester Rivale und einer seiner engsten Freunde, sowie sein Nachbar in der Schweiz. In Jackie Stewart war Rindts härtester Rivale und einer seiner engsten Freunde, sowie sein Nachbar in der Schweiz. In "Sport und Talk" erinnerte sich der Schotte an die gemeinsamen Jahre: "Wir waren eine gemeinsame Familie."
Peter Peter ist einer der wenigen Rennfahrer, die sowohl gegen Niki Lauda als auch gegen Jochen Rindt Rennen fuhren. Er erinnert sich an einen sehr hilfsbereiten Kollegen, der ein Idol für alle anderen war.Peter Peter ist einer der wenigen Rennfahrer, die sowohl gegen Niki Lauda als auch gegen Jochen Rindt Rennen fuhren. Er erinnert sich an einen sehr hilfsbereiten Kollegen, der ein Idol für alle anderen war.
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