Alpine A110
Und ewig lockt die Flunder
Notizen von einer Fahrt mit der historischen A110 von Alpine – dem Auto, das den sportlichen Ruf der Marke begründet hat. Und warum die Geschichte des französischen Sportwagens noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.
06.07.2026Fotos: Werk / Andrusio
Anfang Juni 2026 ist im Alpine-Werk in Dieppe an der französischen Atlantikküste die letzte A110 der neuen Generation (2017 – 2026) vom Band gelaufen. Und es sind schon die Vorbereitungen für die Fertigung des Nachfolgers im Gange – denn eins ist klar, die Geschichte wird weitergeschrieben. Eine Geschichte, die Anfang der 1960er-Jahre ihren Anfang nahm.
Hier in Dieppe hatte Firmengründer Jean Rédélé einst als Renault-Händler begonnen. Das war in den 1950er-Jahren und den jungen Franzosen stach alsbald der Hafer und er begann mit Autorennen. Es war ein 4CV von Renault, mit dem er seine ersten Rennen bestritt. Beim Criterium des Alpes 1954 war er von den Bergstraßen der Alpen so angetan, dass er seine Marke, die er in weiterer Folge gründen sollte, Alpine nennen wollte und so kam es dann auch.
Berühmt wurde Alpine mit der A110, einem kleinen, leichten Sportcoupé, das ab 1962 in Dieppe – vorwiegend in Handarbeit – hergestellt wurde. Die Technik kam vom Renault 8 und als später eine potentere Gordini-Version für den Motor kam, war das für die sportliche Alpine gerade recht. Während ihrer gesamten Bauzeit wurde die A110 stetig weiterentwickelt und verbessert und der Hubraum der Motoren aus dem Hause Renault legte ebenso stetig zu. Für Furore sorgte die A110 nicht zuletzt bei Autorennen und hier vor allem bei den Rallyes. 1973 war Alpine dank der A110 der erste Rallye-Weltmeister in der Herstellerwertung.
Hier in Dieppe hatte Firmengründer Jean Rédélé einst als Renault-Händler begonnen. Das war in den 1950er-Jahren und den jungen Franzosen stach alsbald der Hafer und er begann mit Autorennen. Es war ein 4CV von Renault, mit dem er seine ersten Rennen bestritt. Beim Criterium des Alpes 1954 war er von den Bergstraßen der Alpen so angetan, dass er seine Marke, die er in weiterer Folge gründen sollte, Alpine nennen wollte und so kam es dann auch.
Berühmt wurde Alpine mit der A110, einem kleinen, leichten Sportcoupé, das ab 1962 in Dieppe – vorwiegend in Handarbeit – hergestellt wurde. Die Technik kam vom Renault 8 und als später eine potentere Gordini-Version für den Motor kam, war das für die sportliche Alpine gerade recht. Während ihrer gesamten Bauzeit wurde die A110 stetig weiterentwickelt und verbessert und der Hubraum der Motoren aus dem Hause Renault legte ebenso stetig zu. Für Furore sorgte die A110 nicht zuletzt bei Autorennen und hier vor allem bei den Rallyes. 1973 war Alpine dank der A110 der erste Rallye-Weltmeister in der Herstellerwertung.
Berühmt wurde Alpine mit der A110, einem kleinen, leichten Sportcoupé, das ab 1962 in Dieppe – vorwiegend in Handarbeit – hergestellt wurde. Das …
... Testmodell ist aus dem Jahr 1976. 1300 ccm hat das Motörchen und wenn 80 PS nur 700 kg zu bewegen haben, braucht es keine ausufernden PS-Zahlen.
Vom A110 Cabriolet hat Alpine nicht einmal 70 Stück produziert. Das Testmodell aus dem Jahr 1965 hat noch nicht die markante Doppelscheinwerferfront.Vor dem Werk in Dieppe parkt bei unserem Besuch eine A110 aus dem Jahr 1976. Farbe: Blau. Genau jenes Blau, das zur ikonischen Farbe für die Autos aus Dieppe werden sollte – und ein Großteil der aktuellen A390-Modelle, die derzeit im Werk vom Band laufen, wurden von ihrem Kunden in so einem Blau geordert. Die Farbe geht zurück auf den konkreten Wunsch eines Kunden Anfang der 1960er-Jahre nach einem metallischen Blauton. So kam die Marke zum typischen Alpine-Blau.
Einsteigen ist mehr ein Einfädeln und auch wenn man nicht der Größte ist, kommt man nur mit einigen Verrenkungen ins Cockpit. Jean-Pascal Dauce ist heute für die historischen Autos der Marke zuständig. Sein erstes Auto war eine A110, gekauft 1988, mit seinem ersten zusammengesparten Geld. Und weil Monsieur Dauce nicht gerade der Kleinste ist, musste er einige Umbauten an der Sitzanlage vornehmen (Sitzschienen und Polsterung flogen kurzerhand raus), um einigermaßen sitzen zu können. Das Auto hat er immer noch.
Ein Dreh am Zündschlüssel und der Vierzylinder erwacht zögerlich, aber doch zum Leben. Das „Infotainment“ stammt aus dem Hause Veglia Borletti und liefert genau das, was den Fahrer zu interessieren hat: Tacho, Drehzahl, Öldruck, Tankinhalt, Stromspannung – voila. Eine Art Lüftungsgebläse gäbe es auch, der Effekt ist homöopathisch. Am Ende kurbelt man lieber das Fenster runter, wenn man Frischluft braucht.
Einsteigen ist mehr ein Einfädeln und auch wenn man nicht der Größte ist, kommt man nur mit einigen Verrenkungen ins Cockpit. Jean-Pascal Dauce ist heute für die historischen Autos der Marke zuständig. Sein erstes Auto war eine A110, gekauft 1988, mit seinem ersten zusammengesparten Geld. Und weil Monsieur Dauce nicht gerade der Kleinste ist, musste er einige Umbauten an der Sitzanlage vornehmen (Sitzschienen und Polsterung flogen kurzerhand raus), um einigermaßen sitzen zu können. Das Auto hat er immer noch.
Ein Dreh am Zündschlüssel und der Vierzylinder erwacht zögerlich, aber doch zum Leben. Das „Infotainment“ stammt aus dem Hause Veglia Borletti und liefert genau das, was den Fahrer zu interessieren hat: Tacho, Drehzahl, Öldruck, Tankinhalt, Stromspannung – voila. Eine Art Lüftungsgebläse gäbe es auch, der Effekt ist homöopathisch. Am Ende kurbelt man lieber das Fenster runter, wenn man Frischluft braucht.
Die A110 im Hafen von Dieppe neben der A310, dem A110 Cabriolet und weiteren Marken-Präziosen.
Alpine wird mit der A110 erster Rallye-Weltmeister in der Herstellerwertung.
7489 Stück wurden von der A110 zwischen 1962 und 1977 gebaut.
Autofahren ungefiltert: Kurven umrundet die Flunder brav und zielgenau, Straßenschäden bleiben nicht verborgen, der Motor brummt sonor im Heck.Mit Baujahr 1976 ist unsere A110 schon ein Modell aus dem späten Lebenszyklus. Fahren in so einer alten Alpine ist Autofahren ungefiltert, Kurven umrundet die Flunder brav und zielgenau, Straßenschäden bleiben dem Fahrer nicht verborgen und der Motor brummt sonor im Heck. 1300 ccm hat das Motörchen und wenn 80 PS lediglich 700 kg zu bewegen haben, braucht es gar keine ausufernden PS-Zahlen. Höhere Drehzahlen muten wir dem Auto freilich nicht zu, wir wollen Herrn Dauce nicht leiden sehen. Mit dem Schaltgetriebe muss man sich einmal anfreunden, wenn man die Position der Gänge verinnerlicht hat, geht es aber wunderbar.
1977 war dann Schluss und es hieß bei Alpine nunmehr nur A310. 7489 Stück wurden von der A110 bis dahin gebaut. Vornehmlich waren es Berlinettes, aber es gab auch noch andere Karosserievarianten. So auch ein Cabriolet, von dem Alpine nicht einmal 70 Stück produziert hat. Wir dürfen auch so ein Auto fahren. Es stammt aus dem Jahr 1965 und hat noch nicht die markante Doppelscheinwerferfront. Der Motor hat nur 1100 ccm und müht sich doch merklich, wenn es bergauf geht. Trotzdem ist die Fahrt im kleinen Franzosen bei strahlendem Sonnenschein pures Vergnügen. Das kleine Cabriolet passte wohl wunderbar in den Zeitgeist der 1960er-Jahre und vor dem geistigen Auge sieht man sich mit dem Auto unterwegs an der Cote d’Azur zwischen Saint-Tropez und Monte Carlo. Der Hafen in Dieppe liefert als Endstation unserer Fahrt aber ein ebenso stimmiges Ambiente. Übrigens: Vom A110-Cabrio wurden sogar Lizenzbauten in Mexiko als Dinalpine und auch in Bulgarien produziert.
Wie viel in der Entwicklung weitergegangen ist, zeigt sich, wenn man in die A110 steigt, die Renault ab 2017 als Neuinterpretation gebaut hat. 300 PS leistet der Vierzylinder-Turbo, geschaltet wird über ein Doppelkupplungsgetriebe und man reist – so man will – völlig entspannt und wohlklimatisiert über die Autobahn von Dieppe wieder in Richtung Paris.
28.701 Stück wurden von der A110 neu zwischen 2017 und 2026 produziert. Die Zukunft der A110 ist gesichert, wenn auch künftig als Elektro-Sportwagen: Alpine bringt 2027 die neue, dann rein elektrische A110 auf den Markt, ein Prototyp wurde im Juli 2026 in Goodwood enthüllt. Basierend auf einer neuen 800-Volt-Plattform soll der französisc he Sportwagen in der nächsten Generation rund 1.500 Kilo wiegen, eine Reichweite von 550 Kilometern bieten und deutlich mehr Leistung als der bis zu 345 PS starke Vorgänger haben. Neben der Coupé- sind auch Spider- und 2+2-Varianten geplant.
1977 war dann Schluss und es hieß bei Alpine nunmehr nur A310. 7489 Stück wurden von der A110 bis dahin gebaut. Vornehmlich waren es Berlinettes, aber es gab auch noch andere Karosserievarianten. So auch ein Cabriolet, von dem Alpine nicht einmal 70 Stück produziert hat. Wir dürfen auch so ein Auto fahren. Es stammt aus dem Jahr 1965 und hat noch nicht die markante Doppelscheinwerferfront. Der Motor hat nur 1100 ccm und müht sich doch merklich, wenn es bergauf geht. Trotzdem ist die Fahrt im kleinen Franzosen bei strahlendem Sonnenschein pures Vergnügen. Das kleine Cabriolet passte wohl wunderbar in den Zeitgeist der 1960er-Jahre und vor dem geistigen Auge sieht man sich mit dem Auto unterwegs an der Cote d’Azur zwischen Saint-Tropez und Monte Carlo. Der Hafen in Dieppe liefert als Endstation unserer Fahrt aber ein ebenso stimmiges Ambiente. Übrigens: Vom A110-Cabrio wurden sogar Lizenzbauten in Mexiko als Dinalpine und auch in Bulgarien produziert.
Wie viel in der Entwicklung weitergegangen ist, zeigt sich, wenn man in die A110 steigt, die Renault ab 2017 als Neuinterpretation gebaut hat. 300 PS leistet der Vierzylinder-Turbo, geschaltet wird über ein Doppelkupplungsgetriebe und man reist – so man will – völlig entspannt und wohlklimatisiert über die Autobahn von Dieppe wieder in Richtung Paris.
28.701 Stück wurden von der A110 neu zwischen 2017 und 2026 produziert. Die Zukunft der A110 ist gesichert, wenn auch künftig als Elektro-Sportwagen: Alpine bringt 2027 die neue, dann rein elektrische A110 auf den Markt, ein Prototyp wurde im Juli 2026 in Goodwood enthüllt. Basierend auf einer neuen 800-Volt-Plattform soll der französisc he Sportwagen in der nächsten Generation rund 1.500 Kilo wiegen, eine Reichweite von 550 Kilometern bieten und deutlich mehr Leistung als der bis zu 345 PS starke Vorgänger haben. Neben der Coupé- sind auch Spider- und 2+2-Varianten geplant.
Im Vordergrund die auf 110 Stück limitierte, sündhaft teure A110 R Ultimate. Das Blau der historischen A110 ist zur ikonischen Farbe für die Autos aus …
… Dieppe geworden, ein Großteil der A390-Modelle, die derzeit im Werk vom Band laufen, wurden von Kunden in so einem Blau geordert.
28.701 Stück wurden von der A110 neu zwischen 2017 und 2026 produziert. Die Zukunft der A110 ist gesichert …
…, wenn auch künftig als Elektro-Sportwagen – hier als Prototyp zu sehen: Basierend auf einer neuen 800-Volt-Plattform soll der Nachfolger 2027 starten.









