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Jean-Phillippe Imparato – CEO von Alfa Romeo

Jean-Phillippe Imparato – CEO von Alfa Romeo

Natural born Alfista

Bei der heutigen Stellantis-Gruppe ist der 56-jährige Jean-Phillippe Imparato seit 2006, er organisierte unter anderem den Peugeot-Vertrieb und leitete die Marke selbst. 2021 ist er bei seiner Herzensmarke angekommen: Alfa Romeo. Der Weg war praktisch vorgezeichnet, ist er doch tatsächlich in einer Giulia Super 1300 auf die Welt gekommen. Mit Motorprofis.at spricht Imparato über seine Marke, Elektrifizierung, Qualität – und er erklärt, wohin die Alfa-Reise in den nächsten zehn Jahren gehen soll.
Die Alfa-Botschaft
„Es ist mir wichtig, eine Botschaft im Namen von Alfa Romeo zu übermitteln und diese Botschaft lautet: Stabilität. Ich will genau erklären, was in den nächsten zehn Jahren passieren wird und die nächsten fünf genauer beschreiben. Von jetzt an wird es jedes Jahr einen Modell-Launch geben. 2022 startet der Tonale, im 2023 wird es ebenfalls ein Launch geben, 2024 bringen das erste Hybrid- und BEV-Modell, 2025 das erste nur elektrische Fahrzeug von Alfa Romeo, 2026 folgt ein weiterer Modellstart und ab 2027 werden alle Modelle nur noch vollelektrisch angetrieben sein.“
 
Über den Elektrifizierungs-Plan
„Die Antwort auf die Elektrifizierungs-Frage hängt davon ab, von welcher Seite wir das Problem betrachten. Carlos Tavares hat bereits mehrmals vor der aktuellen Entwicklung gewarnt, ich muss das also nicht mehr kommentieren. Er hat den derzeitigen Weg zur Erreichung der CO2-Ziele – nicht aber das Engagement dafür selbst – in Frage gestellt. Als Stellantis-Gruppe müssen wir den aktuellen Regelungen aber folgen, da gibt es keine Wahl. Für 2030 steht das Minus-75-Prozent-CO2-Ziel.“
 
Warum Alfa elektrisch wird
„Ich kann nicht zeitgleich auf zwei verschiedenen Straßen unterwegs sein. Ich muss die Sache einfach halten. Zu sagen, wir machen einmal mittelfristig nur Mildhybride und dann schauen wir weiter, klappt nicht. Also gehen wir den raschen Weg, das Szenario lautet Ersetzen des thermischen Motors durch den E-Antrieb. Es gibt ja sogar eine Art Wettbewerb zwischen den Städten, wer schneller ist mit dem Verbot thermischer Antriebe. Wir haben also kaum eine Wahl. Man kann auch nicht all die Investitionen weltweit einerseits in die EV-Entwicklung stecken und andererseits immer noch dem thermischen Antrieb anhängen. Wir haben den Weg der CO2-Neutralität gewählt und bekennen uns dazu – aber mit dem richtigen Grad an Performance.“
 
Wie der Wechsel zum E-Antrieb bei Alfa Romeo passieren wird
„Alfa Romeos Weg ist es ein Austausch-Szenario: Die erste EV-Anwendung 2024/25 muss gegen den thermischen Antrieb antreten und bestehen, das heißt: 700 Kilometer Reichweite, Aufladen in 20 Minuten, wireless Connectivity. Wir können nicht zwei Paletten haben, eine thermisch, die andere elektrisch angetrieben, das bringt am Ende des Tages auch nicht die Profitabilität, die wir brauchen um den Produktplan zu finanzieren. Wir setzen also voll auf Elektro, aber mit dem richtigen Grad an Performance. Und das nicht nur in Sachen Antrieb, auch softwareseitig. 2025 wird Alfa Romeo als erstes die neue Digitalarchitektur des Konzerns namens STLA Brain vorstellen.“
Wird Alfa Romeo in die elektrische Zukunft führen: Jean-Phillippe Imparato. „Ab 2027 werden alle Modelle nur noch vollelektrisch angetrieben sein.“Wird Alfa Romeo in die elektrische Zukunft führen: Jean-Phillippe Imparato. „Ab 2027 werden alle Modelle nur noch vollelektrisch angetrieben sein.“
2022 startet der Tonale (Bild), im 2023 wird es ebenfalls ein Launch geben, 2024 das erste Hybrid- und BEV-Modell, 2025 den ersten nur elektrischen Alfa.2022 startet der Tonale (Bild), im 2023 wird es ebenfalls ein Launch geben, 2024 das erste Hybrid- und BEV-Modell, 2025 den ersten nur elektrischen Alfa.
Performance, Design und Geschichte: Der japanische Markt war der beste für die Giulia GTA, die Wahrnehmung von Alfa Romeo ist dort sehr hoch.Performance, Design und Geschichte: Der japanische Markt war der beste für die Giulia GTA, die Wahrnehmung von Alfa Romeo ist dort sehr hoch.
Stelvio Quadrifoglio – der Gelbton „Ocra GT Junior“ ist von einer Lackierung der Giulia Junior aus den 60er-Jahren inspiriert.Stelvio Quadrifoglio – der Gelbton „Ocra GT Junior“ ist von einer Lackierung der Giulia Junior aus den 60er-Jahren inspiriert.
Warum das so gekommen ist
„Wir mussten uns entscheiden ob wir links oder rechts gehen, aber nicht den Mittelweg. Ich persönlich glaube nicht, dass sich die gesetzlichen Regeln noch ändern werden. Eher denke ich, dass sie noch von Jahr zu Jahr strenger werden. Wollen wir wetten, ob die Normen sich noch ändern? Ich sicher nicht – nicht jeder in der Welt mag Autos.“
 
Zum Vergleich mit den Top-Hochvolt-Systemen der Konkurrenz
„Ich weiß nicht, ob 800 Volt die einzige Antwort sind – aber wir werden als Alfa Romeo mit Sicherheit die beste Performance anbieten. Ob nun 800 Volt oder etwas anderes – die Antwort lautet: Wenn ich das Wechsel-Szenario anstrebe, dann mit dem besten Leistungslevel im Segment und das bedeutet hohe Voltzahl.“
 
Die Zukunft der Digitalisierung
„Parallel zur Performance geht es um den Gehalt an Infotainmen und künstliche Intelligenz zur Effienzsteigerung des Fahrers. Bei Alfa Romeo sagen wir: Wir wollen kein i-Pad mit Rädern, weil wir sind Fahrertypen sind, schon seit Anfang an. Die künstliche Intelligenz kann also nur dazu da sein, den Fahrer zu unterstützen, die Effizienz auf der Straße zu steigern. Das sind gewaltige Investitionen, aber mit diesem Mix kann ich den Bedarf der drei Hauptmärkte der Welt abdecken.“
 
Prioritäten Design und Qualität
„Das Design hat bei mir Priorität, weil es immer der erste Grund ist, warum sich jemand für einen Alfa Romeo entscheidet. Neben den drei Säulen Design, Software, Elektrifizierung steht natürlich die Qualität. Ich wurde in einer Giulia Super 1300 geboren, mein Vater fuhr den Junior, die Alfetta, GTV 2.0 und V6. Und jeder sagte immer: Ich liebe diese Autos, aber ich muss zwei kaufen um ein Fahrendes draus zu machen. Ich verliere laufend Geld, aber ich liebe sie. Die alten Qualitätsfragen müssen beseitigt werden, wir verkaufen heute Top-Fahrzeuge. Qualität wird also weiterhin der Kern von allem sein, was wir machen. Wir würden heute nicht mehr den Fehler machen, auch nur einen Tonale auf den Laster zu laden, wenn wir Zweifel an seiner Qualität hätten. Ich bin da persönlich sehr dahinter, auch bei allen laufenden Projekten und den künftigen Autos.“
 
Was Alfa für den Konzern liefern muss
„Ich habe keine Volumsvorgaben – Stellantis braucht Alfa Romeo nicht, um ein Multi-Millionen-Hersteller zu sein. Wir können uns also um Qualität kümmern und um Margen, damit wir den Produktplan finanzieren. Autos verkaufen und jedes Jahr Millionen verlieren ist nicht unser Ziel. Wir sind in den schwarzen Zahlen, wir verdienen Geld und das werden wir auch immer tun, ohne bei der Qualität zu sparen.“
 
Brennstoffzelle statt Akku?
„Im Moment ist die Brennstoffzelle eher im B2B-Bereich, der Transportsparte ein Thema – aber sie ist definitiv in unserem Technologiekatalog. In Maßstäben von Massenherstellung spielt sie wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch keine Rolle. Auf Fünf-Jahres-Basis betrachtet, bewegt sich Alfa Romeo in Richtung Elektroantrieb, basierend auf einer Technik die bereits in Entwickklung ist. Die Brennstoffzelle ist ein System, dass etwa 2030 in Massenproduktion auf den Markt kommen wird.“
 
Wie es für Alfa Romeo in Asien läuft
„Asien generell bedeuted für uns China und Japan. Der japanische Markt war der beste für die Giulia GTA, die Wahrnehmung von Alfa Romeo ist dort sehr hoch – auch überraschend für uns – 97 Prozent kennen die Marke. Wir investieren also weiterhin in Japan, sind auch in China vertreten, wir verkaufen dort etwa 200 Autos pro Monat. Für China ist auch das Formel 1-Engagement wichtig, wir werden unsere Präsenz dort gemeinsam mit Jeep und Maserati ausbauen.“
 
Zur globalen Präsenz der Marke
„Wenn ich global sein möchte, muss ich überall vertreten sein, für uns heißt das Asien, Nordamerika, Europa. Derzeit ist der Mix nicht ausgeglichen, aber wir arbeiten daran. Derzeit ist er 50 Prozent in Europa, 30 Prozent in Nordamerika, der Rest die weitere Welt inklusive Asien. Eines Tages wollen wir das auf gleiche Drittel verteilt sehen. Noch nicht 2027, erst müssen wir die Produktlinie komplett erneuern und den Elektro-Switch vollziehen um in diesen Regionen wettbewerbsfähig zu sein.“
 
Verkaufs-Gegenwart und -Zukunft
Stelvio und Giulia performen in ihren Segmenten. Mit dem Tonale sind wir erneut zurück auf der Bühne – wenn wir in einem Jahr wieder reden, sehen wir uns die Zahlen an, Verkäufe, Marktanteil, Ergebnisse. Und wieder den Produktplan – wir brauchen Stabilität und Transperenz. Der Zehn-Jahresplan ist bekannt, fixiert und finanziert. Wir arbeiten gerade an den 2025er-Modellen, das Design-Freeze erfolgt Ende Juli. Ich sehe Beweung, die von den Produkten angeleitet wird, die Rückkehr des B2B-Bereichs, der Leasing-Nehmer.”
 
Der heimische Handel und Alfa Romeo
„Heute Morgen haben wir mit den Händlern den Zehn-Jahres-Produktplan besprochen und ihnen auch die Mock-Ups der kommenden Modelle präsentiert. Es war mir wichtig, sie auf den Geschmack dessen, was da kommt, zu bringen Die Reaktion war sehr positiv. Dieses Land liebt Autos und es liebt Italien.”
 
Schließlich zum jüngsten Spross: Dem Tonale
„Was das Design angeht, erwarten wir ein sehr positives Feedback der Menschen auf den Tonale. Und wenn sie ihn fahren, werden sie ihn als Alfa Romeo entdecken."
Jean-Phillippe Imparato – Natural born Alfista: „Ich wurde in einer Giulia Super 1300 geboren, mein Vater fuhr den Junior, die Alfetta, GTV 2.0 und V6.Jean-Phillippe Imparato – Natural born Alfista: „Ich wurde in einer Giulia Super 1300 geboren, mein Vater fuhr den Junior, die Alfetta, GTV 2.0 und V6."
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