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MENSCHEN IN BEWEGUNG

MENSCHEN IN BEWEGUNG

Günther Huber, Renn-Legende

Der Niederösterreicher Ing. Günther Huber ist eine Legende im österreichischen Rennsport: Weltklasse im Formel V, Sieger des 24-Stunden-Klassikers in Spa 1970. Zu seinem Geburtstag erzählt er uns von seinen automobilen Vorlieben, wie er als Jugendlicher einen BMW von 1929 restaurierte, wer der größte Rennfahrer war – und das er jederzeit für eine Ausfahrt mit einem ganz bestimmten Ferrari zu haben ist.

Ein Auto, ein Schlüssel und ein unbegrenzter Tankgutschein: Wohin fahren Sie?
In den Süden.


Das prägendste Auto Ihrer Kindheit?
BMW 327/328 Cabrio. Hellgrün und Dunkelgrün. Das waren die Autos meines Vaters.


Die prägendste Strecke ihrer Kindheit und Jugend?
Die Strecke St. Pölten – Klosterneuburg. Als ich meine Frau kennengelernt habe, bin ich diesen Weg sehr oft gefahren. Und zwar in einer etwas schnelleren, also kürzeren Zeit. Mitten in der Nacht durch die Ortschaften, ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen, eine andere Epoche. Wir hatten in dieser Hinsicht noch mehr Freiheiten, es gab aber auch viel, viel weniger Verkehr. Gefühlt ein Zehntel von heute – damit konnte man alles mehr genießen.


Ihr erstes Traumauto?
Ein VW-Käfer, nach der Matura – als Geschenk. Den Führerschein hatte ich aber schon davor gemacht. Mein erstes Auto war aber nicht der Käfer, sondern es war ein BMW Dixi Baujahr 1929, der noch heute in der Familie ist. Es war ein Studentenauto, dass ich mir mit 18 selbst gekauft habe um 700 Schilling – und das ich im Sommer 1961 hergerichtet habe. Das letzte Jahr meiner HTL-Zeit bin ich dann in Mödling damit spazieren gefahren. In den Jahren 1963/64 habe ich ihn dann restauriert.


Was möchten Sie jetzt fahren?
Einen Ferrari F40. Den bin ich einmal mit meinem Sohn gefahren, ein beeindruckendes Auto.


Ihre Qualitäten als Beifahrer?
Ich habe volles Vertrauen in die Person, die am Lenkrad sitzt. Da bin ich ganz entspannt.


Was nervt am Steuer?
Mich nervt nichts. Wenn jemand glaubt, er muss eine Verkehrsregel brechen, dann soll er es tun. Ich kann ihm eh nicht helfen.


Auf welche Erfindung hoffen Sie?
Ich hoffe eher auf etwas – nämlich, dass die Mobilität, in der Form, in der wir sie heute kennen, erhalten bleibt. Den Individualverkehr muss es einfach geben, viele Leute brauchen Autos, um von A nach B kommen zu können.


Ihr liebster Soundtrack im Auto?
Ö3.


Ihre Lieblings-Auto-Farbe?
Entweder Rot oder Schwarz.

Worauf schauen Sie als erstes beim Autokauf?
Dass das Auto meine Bedürfnisse abdeckt. Am besten eine normale Limousine


Ihr Traum-Beifahrer für eine lange Autofahrt?
Das war meine Frau.


Das schönste Auto aller Zeiten?
Ich denke, der bereits erwähnte Ferrari F40. Eine überwältigende Erscheinung.



Ihr Lieblings-Rennfahrer?
Eine gute Frage. Ich denke, Ayrton Senna, den ich kurz vor seinem Unfall in Imola persönlich kennengelernt habe. Der beste Rennfahrer, den es je gab.


Ihr persönlicher Fuhrpark?
Mercedes. Ich bin sehr zufrieden.


 


Ing. Günther Huber, geboren am 10. Jänner 1942 in St. Pölten, gewann 1970 an der Seite von Helmut Kelleners im BMW 2,8 CS das berühmte 24 Stunden Rennen von Spa. Auch sonst hat seine kurze Karriere viele Superlative. Schon als achtjähriges Kind fuhr er gemeinsam mit seinem Bruder Show-Runden mit einer vom Vater gebauten Seitenwagen-Maschine – und das vor 20.000 Zuschauern. Sein Firmpate ist die Speedway-Legende Fritz Dirtl. Über den Rallye-Sport kam er in die in den 1960er-Jahren in die so populäre Formel V, er fuhr auch gegen die spätere DTM-Kommentatoren-Legende Rainer Braun. Dieser schrieb über Huber und seine österreichischen Kollegen: „Beim ersten Antritt mit internationaler Besetzung duscht mich ein Rudel junger Wilder aus Österreich gnadenlos ab. Mir wird schnell klar, dass die Burschen am Steuer der Austro V- und Kaimann-Chassis in einer anderen Liga fahren. Was ich aus dem Cockpit vor mir sehe, lässt mich schaudern. Die Kerle rempeln, drücken, schieben und fahren sich gegenseitig an die Räder, dass einem schwindelig wird.“
Und Huber ist der erfolgreichste dieser österreichischen Wunder-Generation, er gewann am Nürburgring und 1967 den Europapokal, zum Teil mit Eigenkonstruktionen des geschickten Technikers. Von 1967 bis 1971 fuhr Huber Sportwagen-Rennen, darunter Le Mans (Platz 10), Spa (Sieger 1970) und am Nürburgring, wo er 1971 Seite an Seite mit einem gewissen Niki Lauda Dritter wurde. Nach dem Rennen in Jarama 1971 beendete er seine Karriere früh, um sich auf seine Familie und den familiären Betrieb in St. Pölten zu konzentrieren. Huber war von 1973, bis zu ihrem Tod 2017, mit der renommierten Psychologin Dr. Hannelore Huber verheiratet, die beiden haben zwei – ebenfalls autobegeisterte – Söhne. Ing. Günther Huber kümmert sich – unter anderem – um die historische Formel-V-Szene.

Der Beginn einer großen Motorsportkarriere. Schon als Achtjähriger fährt Günther Huber gemeinsam mit seinem Bruder Motorradrennen bzw. im Rahmenprogramm als Attraktion vor bis zu 20.000 Fans. Die Beiwagen-Maschine wurde vom Vater gebaut, technische Begabung liegt in der Familie. Wie auch die Liebe zum Rennsport: Im Bild oben sehen Sie Günther Huber 2017 mit seinem Sohn Markus bei einem Event am Salzburgring.Der Beginn einer großen Motorsportkarriere. Schon als Achtjähriger fährt Günther Huber gemeinsam mit seinem Bruder Motorradrennen bzw. im Rahmenprogramm als Attraktion vor bis zu 20.000 Fans. Die Beiwagen-Maschine wurde vom Vater gebaut, technische Begabung liegt in der Familie. Wie auch die Liebe zum Rennsport: Im Bild oben sehen Sie Günther Huber 2017 mit seinem Sohn Markus bei einem Event am Salzburgring.
In der Formel V hatte Österreich ein echtes Wunderteam in den 1960ern – und Ing. Günther Huber war einer der Besten der Welt, und das meist mit Autos, die er selbst hergerichtet hatte. Das unterschied ihn von den Rivalen im Team des legendären Kurt Bergmann.In der Formel V hatte Österreich ein echtes Wunderteam in den 1960ern – und Ing. Günther Huber war einer der Besten der Welt, und das meist mit Autos, die er selbst hergerichtet hatte. Das unterschied ihn von den Rivalen im Team des legendären Kurt Bergmann.
Im Sportwagen und im Tourenwagen sorgte Huber zwischen 1967 und 1971 immer wieder für Aufsehen. Hier 1971 am Nürburgring mit Erwin Kremer.Im Sportwagen und im Tourenwagen sorgte Huber zwischen 1967 und 1971 immer wieder für Aufsehen. Hier 1971 am Nürburgring mit Erwin Kremer.
Brünn, Mai 1971. Günther Huber vor dem BMW mit der Nummer 1, der von Dieter Quester gelenkt wurde. Im Rennen wurde er Dritter.Brünn, Mai 1971. Günther Huber vor dem BMW mit der Nummer 1, der von Dieter Quester gelenkt wurde. Im Rennen wurde er Dritter.
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