loading...

MENSCHEN IN BEWEGUNG (39)

Christian Klien, DTM-Star

Christian Klien fährt an diesem Wochenende wieder DTM – in Assen (live auf SAT1 und auf servustv.com). Für motorprofis.at erzählt Österreichs letzter Formel-1-Pilot, nun auch Experte von Servus TV, über sein mobiles Leben: Warum man bei ihm im Pyama einsteigen kann, wie ihn ein oranger Porsche prägte und warum er im Auto am liebsten alleine ist.

Ein Auto, ein Schlüssel und ein unbegrenzter Tankgutschein. Wohin fahren Sie?
Ich würde gerne rund um Australien fahren – in einem Wohnmobil, damit ich stehen bleiben kann, wo ich will. Ich würde mir die Landschaft anschauen und keinen Zeitdruck haben. Das steht auf meiner Bucket-List.


Das prägendste Auto ihrer Kindheit?
Das ist ganz klar der Porsche 911, Baujahr 1968, von meinem Vater. Farbe: Orange. In ihm habe ich viel Zeit in meiner Kindheit verbracht. Deshalb bin ich bis heute ein Porsche-Fan. Mein Vater ist damit hin und wieder Autoslalom gefahren, er war auch beim Porsche-Club Vorarlberg. Da sind wir auch ab und zu mal damit auf die Rennstrecke gegangen. Und als kleines Kind war ich am Hockenheimring dabei. Damals durfte keiner mitfahren – trotzdem habe ich mich ins Auto geschlichen und mich hinter den Sitzen versteckt. So bin ich eine Runde mit meinem Vater auf der alten und langen Strecke in Hockenheim gefahren, mit allen Geraden und Schikanen. Das war mein erster Kontakt mit einer echten Rennstrecke. Den orangen Porsche hat mein Vater noch immer – ich hoffe sehr, ich werde ihn mal erben (lächelt).


Die prägendste Strecke ihrer Kindheit?
Die Bergstrecke von Hohenems in die Schuttanen. Ein Berg, ein kleines Skigebiet. Da bin ich früher, so mit 12, 13 Jahren, nachts und wenn die Strecke verschneit und einsam war, die Straße hoch und runter gefahren. Und zwar mit einem Suzuki Jimny von meiner Mutter – der war klein und wendig und da sind wir dann oft auf Zeit rein und wieder rausgefahren. Das waren vielleicht so zehn Minuten und ich war da schon schneller als mein Vater. Da sind wir quer gefahren und in Sachen Fahrzeugkontrolle war das die perfekte Übung. Das war genial!


Ihr erstes Traumauto?
Immer Porsche – ich war ja, wie erwähnt, oft bei diesen Autoslaloms des Porsche-Club Vorarlberg. Und so in den 90er-Jahren, mit rund zehn Jahren, war immer der Porsche Turbo mein Traumauto. Das sah so breit aus, die Beschleunigung war mega.


Was möchten Sie jetzt fahren?
Am liebsten einen SUV. Ideal um viel Platz zu haben. Ich bekomme von BMW immer wieder Autos zur Verfügung gestellt und ein X5 oder X3 sind meine Lieblingsautos, die auch für die langen Distanzen gut sind. Man sitzt hoch, hat eine gute Übersicht, kann viel Gepäck einladen. Für mich ist Allrad im Winter wichtig. Daher ist das das ideale Auto, in dem ich das Berufliche (Stichwort: viel Reisen) mit dem Praktischen verbinden kann.


Ihre Qualitäten als Beifahrer?
Ich bin grundsätzlich recht gechillt. Ich bin einer, der wenig Anweisungen gibt. Ein kritischer Beifahrer bin ich nur, wenn der Fahrer unkonzentriert oder ungeübt ist. Wenn er aber alles in Griff, bin ich ganz relaxt. Das kann sogar meine Freundin bestätigen – glaube ich jetzt mal.


Was nervt Sie beim Autofahren?
Als Rennfahrer ist man ein ziemlich vorausschauender Fahrer. Daher sind Rennfahrer auch sehr sichere Fahrer. Ich schau mir das Auto vor mir immer genau an, und es nervt, wenn der Fahrer unkonzentriert ist, weil er zum Beispiel telefoniert. Und wenn er dann nicht konstant fährt, trotzdem nichts rechts rüberfährt, dann ist das schwer auszuhalten. Speziell in der Schweiz ist das ein Problem. Ich glaube, die wissen gar nicht, dass links die schnelle Spur ist und rechts die langsame.


Auf welche Erfindung hoffen Sie?
Bei den modernen Autos hast du alles drin, was das Fahren noch komfortabler und sicherer macht – Abstandskontrolle, Spurhalteassistent. Da kann man sich heutzutage nicht mehr beklagen. Was ich mir aber wünschen würde, das wäre andere Zapfsäulen. Weil wenn man fertiggetankt hat, kommen immer noch Tropfen raus. Und diese Tropfen nerven mich extrem – weil ich mag keine Benzin- oder Dieseltropfen an meinem Auto haben! Dass ich da herumschütteln muss, damit der letzte Tropfen weg ist und ich den Tankschlauch zurückstecken kann, ist so nervig. Das zu ändern, das wäre eine Erfindung, die mir helfen würde. Und – nein: Ein Elektroauto und Strom-Anstecken, das ist da nicht die Lösung!


Was ist Ihr liebster Soundtrack im Auto?
Grundsätzlich höre ich Radio. In Österreich eigentlich immer Ö3, in Deutschland SWR3. Aber seit einiger Zeit mag ich auch gerne Podcasts. Das ist sehr informativ. In Sachen Motorsport gibt es momentan so gute Podcasts, mit denen ich mir sehr gut die Zeit vertreiben kann.


Was ist ihre Lieblings-Autofarbe?
Das variiert immer, ist aber meist recht klassisch. Eine Zeitlang habe ich Weiß gerne gehabt, das war modern. Oder schwarz, das ist aber etwas heikler – und wenn, dann mit guten Felgen dazu. Da muss man das Auto öfter waschen, aber das mache ich sehr gerne. Bei mir sind die Autos immer sauber.


Worauf schauen Sie als erstes beim Autokauf?
Ich muss vorneweg sagen: Ich habe in meinem Leben erst zwei Autos gekauft. Das ist das Glück eines Rennfahrers. Ansonsten: dass er in einem guten Zustand ist. Das Interieur ist mir sehr wichtig, für mich ist das wie ein Wohnzimmer, da muss alles in gutem Zustand sein. Vor jeder Fahrt sauge ich mein Auto. Man könnte im Pyjama und barfuß in meinen Autos sitzen.


Wer ist ihr Traum-Beifahrer für eine lange Fahrt?
Den gibt es nicht. Denn: ich fahre am liebsten alleine. Da kann ich meine Podcasts hören, meine Musik. Da kann ich nachdenken und ich bin einer, der im Auto nicht viel redet. Bei langen Fahrten bin ich sehr, sehr gechillt und, ja: für mich ist das Me-Time! Vielleicht weil man es als Rennfahrer gewohnt ist, alleine im Auto zu sitzen – und vor allem ungestört ist und sich nur auf sich selbst konzentrieren kann. Daher habe ich das auch beim normalen Autofahren am liebsten.


Das schönste Auto aller Zeiten?
Ferrari F40. Das schaut nach wie vor so geil aus, so aggressiv, so cool. Der F50 kommt da nicht mit. Der F40 hat so viele Alleinstellungsmerkmale.


Ihr Lieblingsrennfahrer?
Ayrton Senna. Ganz klar. Ich war immer ein Fan, er mein großes Idol. Als kleines Kind durfte ich ihn in Hockenheim treffen, nachdem wir ins Fahrerlager geschlichen sind und ein Foto gemacht haben. Seitdem bin ich ein Riesen-Fan von ihm. Jetzt wo ich das besser einschätzen kann, weiß ich erst, wie gut er war.


Ihr persönlicher Fuhpark?
BMW X3 und Audi S5.

Anmerkung: Folgende Kollegen von Christian Klien können Sie u.a auch als "Menschen in Bewegung" lesen:
Andrea Schlager
Andreas Gröbl
Philipp Eng
Lucas Auer
Gerhard Berger
Bianca Steiner
Ernst Hausleitner
Ferdinand Habsburg
Laura Kraihamer













Christian Klien mit seinem Idol Ayrton Senna 1992 in Hockenheim.Christian Klien mit seinem Idol Ayrton Senna 1992 in Hockenheim.
Christian Klien schrieb heuer Geschichte: Sein erstes DTM-Rennen war auch das erste von McLaren, der Kultmarke aus England.Christian Klien schrieb heuer Geschichte: Sein erstes DTM-Rennen war auch das erste von McLaren, der Kultmarke aus England.
Gerhard Berger ist Kliens Gerhard Berger ist Kliens "Chef" in der DTM, bei Servus TV ist Moderatorin Andrea Schlager der Profi an seiner Seite, wenn er die Formel 1 analysiert.
Die letzten drei Formel-1-Österreicher auf einem Bild: Klien, Patrick Friesacher und Alexander Wurz.Die letzten drei Formel-1-Österreicher auf einem Bild: Klien, Patrick Friesacher und Alexander Wurz.
Dieses Wochenende in der DTM in Assen unterwegs: Christian Klien im wunderschönen McLaren.Dieses Wochenende in der DTM in Assen unterwegs: Christian Klien im wunderschönen McLaren.
Christian Klien ist oft auch Gast bei Christian Klien ist oft auch Gast bei "Sport und Talk" auf Servus TV.
Sein DTM-Debüt gab Klien mit jugendlichen 38 in Zolder.Sein DTM-Debüt gab Klien mit jugendlichen 38 in Zolder.
Klien als Teil des Formel-1-Teams von Servus TV.Klien als Teil des Formel-1-Teams von Servus TV.
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT