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FRANK WILLIAMS HÖRT AUF

Das Ende von Williams

Die Familie Williams verlässt die Formel 1. Sonntag in Monza wird Claire Williams zum letzten Mal das Williams-Team an der Rennstrecke führen, danach wird sie sich wie ihr Vater Frank zurückziehen (müssen). Franks atemberaubende und dramatische Karriere endet mit 78 – in der größten Krise seines Teams. Die neuen Investoren wollen nicht, dass die Familie mitreden kann. Wobei es ein Wunder ist, dass Frank selbst mit seiner schweren Querschnittslähmung so ein langes Leben hat. Eine im Stream zu sehende Kino-Doku zeigt seine unglaubliche Geschichte.
Er ist eine der größten Legenden der Formel-1-Geschichte: Sir Frank Williams.

Einer, der bei Null begonnen hat, und mit löchrigen Schuhen, und dann das für lange Zeit beste Formel-1-Team der Welt erschaffen hat. Ein Team, das noch größer und besser wurde, als er nach einem Autounfall vom Hals an querschnittgelähmt war und die Schlachten, wie er das nannte, vom Rollstuhl aus lenkte.

Davor war er ein begeisterter Marathonläufer gewesen und danach schaffte er einen einzigartigen Marathon.
"Im allerbesten Fall maximal zehn weitere Jahre" prophezeiten ihm die gnadenlos offenen Ärzte nach seinem Unfall an Lebenserwartung. Nun sind schon 34 Jahre vergangen und Frank lebt. Angeblich, so Recherchen in der Familie, gibt es weltweit keinen einzigen Menschen, der nach so einer Verletzung noch so lange lebte.

Nur im Sport sind die Zeiten dramatisch schlechter geworden.
Als Jacques Villeneuve 1997 Weltmeister wurde, packte man danach ein, ohne Party. Business as usual. Hätte man gewusst, dass es der letzte WM-Titel in der aufregenden Geschichte des Teams ist, hätte man den Augenblick wohl mehr genossen.

Jetzt, 23 Jahre später, ist es endgültig vorbei. Am Sonntag wird seine Tochter Claire in Monza zum letzten Mal als Teamchefin "vor Ort" agieren, danach ziehen Frank und Claire sich aus der Formel 1 zurück.

Nach 43 Jahren und 739 Rennen gehört Willams nicht mehr länger der Familie Williams.
Vor zwei Wochen wurde der Williams-Rennstall an den US-Investor Dorilton Capital verkauft. Wer sich hinter dem Finanzriesen verbirgt, ist noch offen. Er will aber alle neu machen – und nur den berühmten Namen der Familie als Team-Namen behalten, nicht aber von der Familie beraten oder (wie manche sagen) blockiert werden.

Wir erinnern uns:

Neun Mal ist Williams Konstrukteurs-Weltmeister geworden, sieben Mal wurden Williams-Piloten Fahrer-Champions:
1980 Alain Jones, 1982 Keke Rosberg, 1987 Nelson Piquet, 1992 Nigel Mansell, 1993 Alain Prost, 1996 Damon Hill, 1997 Jacques Villeneuve.
Und dann war die große Zeit vorbei. 114 Grand Prix hat man gewonnen – der letzte in Barcelona 2012 durch Pastor Maldonado (!) war schon eine Welt-Sensation.

Im Vorjahr war Williams meist Stockletzter, heute gab es vereinzelt starke Leistungen von Supertalent George Russell, doch das Team ist das einzige ohne Punkt in der WM 2020.

Und Frank, der noch jahrzehntelang mit dem Tross unterwegs war, ist schwach geworden, er konnte zu den Rennen ins Ausland nicht mehr mit. Verzweifelt sieht er, wie sein Imperium zerfällt. Und wie Tochter Claire, die im Streit mit ihrem Bruder ist, Schwierigkeiten hatte, das Team zu retten – auch wenn ihr Legenden wie Alan Jones Mut zusprechen und sie öffentlich unterstützen.

In diesen Tagen lohnt es sich besonders, sich mit dem Leben und dem Werk von Frank Williams auseinander zu setzen.
Und da in erster Linie mit der großartigen Kino-Doku über ihn. Unten sehen Sie den Trailer, der Film ist bei den meisten Streaming-Anbietern und DVD-Händlern im Angebot.
Weitere von uns ausgewählte Links zeigen das Rennen in Silverstone 1979 (erster Sieg durch Clay Regazzoni), eine Doku über die großen Ground-Effect-Zeiten von Williams, ein Portrait von Frank und eine Analyse des Abstiegs. Plus: Lewis Hamiltons Fahrt mit Frank in einem Mercedes in Silverstone – aufregend und unvergesslich.
Achten Sie mal auf Franks Augen, die Leidenschaft, die Liebe und die Begeisterung in diesem Gesicht.

Viel Freude also bei einem gemeinsamen Videoabend mit einer der größten Figuren der Formel-1-Geschichte – und mit einem engen Freund von Jochen Rindt, der exakt zwei Tage nach Williams geboren wurde.

Und der fast auf den Tag genau 50 Jahre vor dem Aus des Williams-Teams gestorben ist.
Seine Frau machte das Wunder des Überlebens möglich – hier im Bild mit den Williams-Weltmeistern Prost, Mansell und Piquet.Seine Frau machte das Wunder des Überlebens möglich – hier im Bild mit den Williams-Weltmeistern Prost, Mansell und Piquet.
Lachen in schwierigen Zeiten: Noch nie war das Team von Williams so sehr vom Aus bedroht wie in diesen Tagen. Eine kleine Tragödie.Lachen in schwierigen Zeiten: Noch nie war das Team von Williams so sehr vom Aus bedroht wie in diesen Tagen. Eine kleine Tragödie.
So bodenständig hatte alles angefangen. Wie es mit dem Leben von Frank und seinem Team weiterging, das zeigen zahlreiche Dokumentationen – die besten haben wir für SIe unten verlinkt.So bodenständig hatte alles angefangen. Wie es mit dem Leben von Frank und seinem Team weiterging, das zeigen zahlreiche Dokumentationen – die besten haben wir für SIe unten verlinkt.
Nach einem Machtkampf mit ihrem Bruder übernahm Claire Williams einst das Team im Namen ihres Vaters. Nun ist die Familie in der Formel 1 Geschichte. Was Frank betrifft kann man sagen: Ruhmreiche Geschichte.Nach einem Machtkampf mit ihrem Bruder übernahm Claire Williams einst das Team im Namen ihres Vaters. Nun ist die Familie in der Formel 1 Geschichte. Was Frank betrifft kann man sagen: Ruhmreiche Geschichte.
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