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PEREZ VERLÄSST DAS TEAM

Vettel zu Aston Martin: Die Gründe

Es ist fix! Sebastian Vettels bleibt in der Formel 1. Der vierfache Weltmeister hat sein Team gefunden: Racing Point, das früher Force India hieß und ab 2021 ein Werksteam mit klangvollem Namen ist: Aston Martin. Sergio Perez hat eben seinen Abschied von Racing Point verkündet. Vettels Bestätigung ist nun erfolgt.

Es ist offiziell: Racing Point (das zukünftige Team "Aston Martin") hat am Donnerstag um 9 Uhr die Verpflichtung von Sebastian Vettel bekanntgegeben. Der Deutsche (53 GP-Siege) wird "2021 und darüberhinaus" für das Team aus Silverstone fahren."

Gerhard Berger hatte Recht. Ein Satz, der in der populären Live-Sendung "Sport und Talk" im Juli gefallen ist, wird sich jetzt als richtig herausstellen.

 Gerhard Berger, einer der am besten vernetzten Männer des Motorsports, hatte ihn ausgesprochen. Der Teamchef, der Sebastian Vettel einst bei Toro Rosso zum ersten Sieg geführt hat – gemeinsam mit Franz Tost.

Berger ließ durchklingen, dass der Wechsel von Vettel zu Racing Point schon unter Dach und Fach sein könnte: "In der Formel 1", meinte er, "ist es meistens so, dass die Themen oft schon erledigt sind, wenn sie diskutiert werden. Darum kann ich mir gut vorstellen, dass Sebastian bei Racing Point auftauchen wird. Das könnte für ihn die einzige Alternative sein, wo er sagt: 'Mit dem Ding kann ich auch Rennen gewinnen."

Und einiges spricht dafür, dass es funktionieren wird:

Aus Racing Point wird ab 2021 das Werksteam Aston Martin. Der neue Eigner Lawrence Stroll will die britische Kult-Marke wiederbeleben und noch stärker machen. Das soll mithilfe der Formel 1 gelingen und mit Erfolgen dort.

Die Perspektive ist gut. Stroll kooperiert (sehr) eng mit Toto Wolff (selbst Teilhaber an Aston Martin) und mit Mercedes (der neue Aston-Martin-SUV DBX hat zB. einen Motor von AMG). Dessen Know How als Berater ist enorm wichtig. Wolff weiß, was in dieser Situation zu tun ist.

Wolff gilt mittlerweile als enger Freund von Vettel, sie wohnen unweit voneinander in der Schweiz und haben auch privat Kontakt. Wie auch zu Stroll. Der Millardär hat eine Villa in Gstaad, dort traf er sich sowohl Ende 2019 als auch am Dienstag vor dem ersten Österreich-Grand-Prix 2020 zu einem Meinungsaustausch. Da wurde bereits verhandelt.

Vettel hat die Nase voll von Ferrari, all der Politik dort und den offensichtlichen Lügen. Er will aber nicht durch die Hintertür aus der Formel 1 verschwinden, Seb fühlt sich noch zu energiegeladen für die Formel 1. Aston Martin bietet dem Liebhaber großer Traditionsnamen eine Marke mit Stil, britisches Rennsport-Flair und auch Optionen nach der Karriere. Es ist sowohl möglich, dass Vettel sich selbst am Team finanziell beteiligt, als auch, dass er besonders intensiv als Markenbotschafter oder Markenentwickler eingesetzt wird. Als einer der besten Rennfahrer aller Zeiten und als dreifacher Familienvater eignet er sich sowohl für die glaubwürdige Bewerbung der Sportwagen wie auch für die des neuen SUV-Modells.

Er gilt als sehr guter Entwickler und auch als Führungspersönlichkeit, wenn er sich wohl fühlt. Und man kann davon ausgehen, dass er nach all den guten Erfahrungen bei Red Bull und all den negativen in Maranello nur mehr tut, was ihm gut tut.

Ferraris Chaos ist zum Teil sein Glück. Denn viele Formel-1-Insider sehen (jetzt) einfach, wie schlecht Vettel bei Ferrari behandelt wird. Und das er ganz andere Leistungen abrufen kann, und vor allem fehlerfreiere, wenn er Vertrauen in sein Umfeld hat. Viele spüren: "Der hat es noch drauf" – wenn man ihm die dafür nötige Nestwärme gibt.

Lange hatte Racing Point / Aston Martin aber noch das "Problem", das sowohl Sergio Perez als auch Lance Stroll langfristige Verträge mit dem Team haben und die Cockpits vergeben waren.
Doch nun hat Perez in einer Aussendung den Abschied vom Team zum Ende der Saison verlautbart. "Ich weiß noch nicht, was ich danach mache." Vermutlich kauft ihn Aston Martin aus dem Vertrag raus, um Platz für Vettel zu schaffen.
Racing Point hat den Perez-Abschied sofort bestätigt.
Lange hatte man überlegt, Teambesitzer-Sohn Lance Stroll zu opfern. Doch dessen Leistungskurve stieg heuer steil an, zuletzt war er Dritter in Monza. Es gab keinen Grund mehr, dieses lange Zeit unterschätzte Talent zu opfern, schon gar nicht angesichts der Eigentums-Verhältnisse bei Aston Martin.

Vettel kommt jetzt also zu Aston Martin, gemeinsam mit Stroll, den er auf Wunsch von dessen Vater auch coachen soll. Die Bekanntgabe in Mugello – im Ferrari-Heimatland – war wohl eine gute Gelegenheit um Ferrari daheim etwas PR zu stehlen.

 
Vettels väterlicher Freund Dr. Helmut Marko fährt übrigens auch einen Aston Martin – wie er hier auf motorprofis.at erzählt hat.

Für Formel-1-Fans und für den deutschen Markt sind das auf alle Fälle gute Nachrichten – ein deutscher Top-Fahrer ist enorm wichtig, zudem hat Vettel einiges zu bieten und ein Erfolg von Aston Martin wäre ein wichtiges Signal für potenzielle künftige Formel-1-Werke. Denn tendenziell wird die Formel 1 in Zukunft noch eher Fabriken anlocken können, die Sportwagen bauen als das es ist möglich sein wird, weitere Volumenhersteller zu bekommen.
Die werden dann eher auf Themen wie die Formel E setzen, oder im Rennsport insgesamt sparen.
Sparen ist aber bei Aston Martin unter den neuen Eigentümerverhältnissen nicht angesagt. Daher holt man wohl den besten Fahrer, der für 2021 noch am Markt und willig ist.

Fun Fact am Rande: Während Stroll auf den erfolgreichsten Red-Bull-Piloten aller bisherigen Zeiten kämpft, hat er selbst auch einen Red-Bull-Athleten in der Familie: Seine Tochter Chloe ist mit Scotty James zusammen, Olympia-Bronzemedaillengewinner, Weltmeister (u.a. am Kreischberg) und X-Games-Sieger im Snowboard.
Genug nach fünf Jahren Ferrari: Die Präsentation 2020 war die letzte, an der Vettel beteiligt war. Mehr bleibt von seiner Zeit bei Red Bull: ganz oben Sebastian vor seinem Trophaen-Schrank in Milton Keynes.Genug nach fünf Jahren Ferrari: Die Präsentation 2020 war die letzte, an der Vettel beteiligt war. Mehr bleibt von seiner Zeit bei Red Bull: ganz oben Sebastian vor seinem Trophaen-Schrank in Milton Keynes.
Racing Point ist (neben McLaren) das Aufsteiger-Team der jungen Saison. Möglich, dass es auch die Zukunft von Sebastian Vettel ist – dann aber unter dem Namen Aston Martin.Racing Point ist (neben McLaren) das Aufsteiger-Team der jungen Saison. Möglich, dass es auch die Zukunft von Sebastian Vettel ist – dann aber unter dem Namen Aston Martin.
Stroll & Perez hatten langfristige Verträge, doch der mit Stroll & Perez hatten langfristige Verträge, doch der mit "Checo" wurde jetzt aufgelöst.
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