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TEST: PEUGEOT 3008

Wenn das kein Facelift ist!

Der Peugeot 3008 hat sich als eines der schicksten Kompakt-SUVs etabliert. Nachdem bisher vor allem der Innenraum für Gesprächsstoff gesorgt hat, wurde dem Franzosen jetzt ein prägnantes neues Gesicht modelliert. Was es im Jahrgang 2021 sonst Neues gibt, warum im 3008 so viele zu Diesel und Automatik greifen und ob die Hybridvarianten eine gute Idee sind, klärt der Test.
Der 3008 ist das wichtigste Modell in der jüngeren Peugeot-Geschichte. Was macht ihn so bedeutend?
Mit dem 3008 hat sich Peugeot vor vier Jahren neu aufgestellt. Die Marke meldet seither bei neuen Modellen einen gewissen Premium-Anspruch an, ohne preislich gleich abzuheben. Das kommt bei den Kunden an, der 3008 hat sich als eines der schicksten Kompakt-SUVs etabliert. Auch im Corona-Jahr 2020 wurden 2.479 Stück verkauft (den größeren, aber nicht ganz so schnittigen SUV-Bruder 5008 eingerechnet) – wobei sieben von zehn Kunden zur höchsten Ausstattungsstufe „GT“ gegriffen haben. Jetzt wurde der 3008 (und auch der 5008) überarbeitet und damit das in der Branche übliche Facelift zur Halbzeit des Modellzyklus durchgezogen.
 
Vor allem der Innenraum des 3008 hat bisher für Gesprächsstoff gesorgt…
Er bietet Premiumqualität, die Premiummarken in Schwitzen bringt. Ein so hochwertiges Ambiente ist in dieser Größenklasse selbst bei den deutlich teureren Marken (vor allem aus Süddeutschland) nicht selbstverständlich. Auch wenn die Konkurrenz aufholt, gilt das grundsätzlich immer noch.
 
Jetzt trumpft der überarbeitete 3008 mit seinem neuen Auftritt auf – was ist anders?
Na, wenn das kein Facelift ist! Dem Franzosen wurde ein so prägnantes neues Gesicht modelliert, dass der Begriff Facelift für eine Modellüberarbeitung einmal wirklich passt. Die vollkommen neue Front besteht jetzt aus einem rahmenlosen Kühlergrill, der unter den Scheinwerfern weiterläuft uns erst bei den seitlichen, ebenfalls neuen Stoßzahn-Lichtsignaturen endet. Das ist neuer Stil und damit ein echtes Design-Statement der Franzosen. Besonders cool ist die neue Front in den Ausstattungsniveaus GT und GT Pack durch die nach außen hin größer werdenden Chromleisten im Kühlergrill.
Ebenfalls komplett überarbeitet wurden die Frontscheinwerfer, die in den Niveaus GT und GT Pack mit Full-LED-Technik arbeiten und durch die neue die Funktion „Foggy Mode“ auf extra Nebelscheinwerfer verzichten können. Am Heck wurden die Scheinwerfer mit ihrer 3D-Krallen-Form sowie die Stoßfänger überarbeitet.
Neu in der Aufpreisliste steht der „Black Pack“ mit diversen schwarzen Designelementen.
Design-Statement: Neue Front mit rahmenlosem Kühlergrill, der unter den Scheinwerfern bis zu den ebenfalls neuen Stoßzahn-LEDs weiterläuft.Design-Statement: Neue Front mit rahmenlosem Kühlergrill, der unter den Scheinwerfern bis zu den ebenfalls neuen Stoßzahn-LEDs weiterläuft.
Was gibt es Neus im Innenraum?
Das 12,3 Zoll (oder gut 31 Zentimeter) große Kombiinstrument im Blickfeld des Fahrers wurde optimiert, die digitale Anzeige ist nun besser sichtbar und stärker konfigurierbar. Auch die Software des Touchscreens in der Mitte – er ist 10 Zoll oder rund 25 Zentimeter groß – wurde auf den neusten Stand gebracht. Durch Apple CarPlay und Android Auto wird das Smartphone professionell eingebunden.
Bei den Einrichtungselementen gibt es neue Varianten, zum Beispiel dunkles Lindenholz oder rotes Nappaleder. Dass Peugeot so schöne Extravaganzen in bezahlbaren Preisregionen anbietet, unterstreicht den neuen Premiumansatz der Marke. Dazu gehört natürlich auch das 515 Watt starke Premium-Soundsystem der französischen Edelmarke Focal.
 
Gibt es neue Sicherheits- und Komfortfeatures?
Neue High-Tech-Geräte an Bord sind das Nachtsichtsystem mit Infrarot-Kamera, der automatische Geschwindigkeitsregler mit Stop-and-Go-Funktion und mittiger Spurpositionierung, das automatische Notbremssystem mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, und die nochmals erweiterte Verkehrsschilderkennung.
 
Was muss man über die Antriebe wissen?
Der 3008 ist bisher ein Diesel-Auto, zuletzt lag der Selbstzünder-Anteil in Österreich bei 72 Prozent, der Automatik-Anteil gar bei 89 Prozent. Das liegt vor allem an der guten Ware: Peugeot baut leise, sparsame Dieselmotoren, die durch die Kombination mit der modernenn Achtgang-Automatik EAT8 noch einmal geschmeidiger und komfortabler geworden sind. In der starken 180-PS-Variante wird der BlueHDi nun zwar nicht mehr angeboten (in diesen PS-Regionen übernehmen zunehmend die Hybride), aber die 130 PS waren ja schon bisher die gefragteste Variante. Auch der effiziente PureTech-Benziner hat übrigens 130 PS, es gibt bei der Leistung also nicht viel zu überlegen. Außer natürlich die Hybrid-Optionen, die zwar teurer, aber auch noch mal eleganter und sportlicher sind…
 
Welche Hybrid-Varianten gibt es?
Den Hybrid 225 mit einem Elektromotor, Frontantrieb und 225 PS und den Hybrid 300 mit zwei E-Maschinen, Allrad und 300 PS. Beide werden über den staatlichen E-Mobilitätsbonus mit 2.500 Euro gefördert, weil die elektrische reichweite nach WLTP-Messung über 50 Kilometer liegt (56 beim Hybrid 225, 59 beim Hybrid 300). Peugeot geht davon aus, dass heuer schon jeder vierte österreichische Kunde zum Hybrid greifen wird.
Premiumqualität, die Premiummarken in Schwitzen bringt. Ein so hochwertiges Ambiente ist in dieser Größenklasse keineswegs selbstverständlich.Premiumqualität, die Premiummarken in Schwitzen bringt. Ein so hochwertiges Ambiente ist in dieser Größenklasse keineswegs selbstverständlich.
Wir haben den Hybrid 300 genauer getestet – was bietet er?
Das System besteht aus einem 1,6-Liter-Turbomotor und je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. Der Benziner bringt 200 PS und 300 Newtonmeter ein, die Systemleistung inklusive der E-Antriebe kommt dann auf oberklassige 300 PS und 520 Newtonmeter. Die Kraft verteilen eine Achtgang-Automatik und der über die Elektromotoren gesteuerte Allradantrieb. Während die elektrische Energie in einer Lithium-Ionen-Batterie mit 13.2 kWh Speicherkapazität gehortet wird, fasst der Benzintank 43 Liter. Beim Laden mit 1,8 kW ist die Batterie in rund sieben Stunden voll, mit 3,7 kW in rund vier Stunden und mit 7,4 kW in zweidreiviertel Stunden. Die Batterien und der Elektromotor reduzieren den Basiskofferraum von 520 auf 395 Liter. Der Maximalwert bei umgelegten Rücksitzen liegt bei 1.357 statt 1.482 Litern. Familientauglich bleibt der 3008 damit aber.

Und wie fährt der 3008 in der Hybrid 300-Variante?
Mit 300 PS ist dieser 3008 der bis dato stärkste Serien-Peugeot. 6,1 Sekunden im Sprint auf Hundert und fast 240 km/h Topspeed sind Werte, wie sie in der Kompakt-SUV-Klasse selten aufgerufen werden. Und es ist wirklich erstaunlich, mit wie viel Nachdruck der 3008 aus der Kurve beschleunigt, da kommt man schnell in Stimmung und dreht fröhlich am handlich-kleinen Lenkrad des i-Cockpits.
Das Auto ist dennoch kein verbissener Sportler, eher hat das Auto mit dem souveränen Antrieb eine oberklassige Attitüde, die herkömmlichen Antrieben überlegen ist. Die abgeklärte Kraftverteilung der Achtgang-Automatik und des Allradantriebs haben auch wesentlichen Anteil daran.
Im Alltagsverkehr fährt man über weite Strecken lautlos, der Benziner wird dann oft nicht gebraucht und zieht sich stark zurück. Beim Beschleunigen merkt man sofort, dass die E-Motoren mit anschieben, dieser angenehme „Drehmoment -von-unten“-Effekt erinnert an den Diesel, ist im Vergleich beim Hybrid aber unmittelbarer. Im Stadtverkehr und auf den verkehrsstarken Pendlerrouten wird der 3008 Hybrid 300 zum echten Elektroauto – denn auch wenn nur der E-Motor der Hinterachse in Betrieb ist, der alleine auf 113 PS kommt, ist die Beschleunigungskraft durchaus ausreichend. Der Elektroantrieb liefert sein volles Drehmoment ab Drehzahl Null ab und bringt damit auch in dieser leistungsreduzierten Variante angenehme Agilität ins Auto.
Erstaunlich, mit wie viel Nachdruck der 3008 als Hybrid beschleunigt, da kommt man schnell in Stimmung und dreht fröhlich am handlich-kleinen Lenkrad.Erstaunlich, mit wie viel Nachdruck der 3008 als Hybrid beschleunigt, da kommt man schnell in Stimmung und dreht fröhlich am handlich-kleinen Lenkrad.
Wann zahlt sich die Hybridvariante aus?
Wenn man einen Antrieb mit oberklassiger Souveränität sowie ausgeprägter Sportlichkeit schätzt und eine ständige Lademöglichkeit hat – denn dann ist man im Alltag oft mit einem Teilzeit-Elektroauto unterwegs und hat trotzdem einen Benziner für die Langstrecke in der Hinterhand.
 
Sprechen muss man bei Peugeot immer auch über das i-Cockpit…
Das von Peugeot erfundene und bei allen neuen Modellen eingesetzte i-Cockpit ordnet ein kleines Lenkrad UNTERHALB der Armaturen an. Das kleine Lenkrad bringt Handlichkeit. Man muss in Kurven nicht umgreifen und flutscht mit einer Drehbewegung um die Ecke. Dass ein neues i-Cockpit-Layout nicht jeden sofort überzeugen kann, liegt in der Natur der (neuen) Sache. Viele mögen es inzwischen aber sehr. Fakt ist jedenfalls, das man sich beim ersten Platznehmen von Fachleuten einweisen lassen sollte, um die richtigen Einstellungen vorzunehmen.
 
Das Fazit nach dem Test mit dem frisch überarbeiteten 3008?
Bisher hat der 3008 vor allem mit seinem Innenraum für Gesprächsstoff gesorgt, ein so hochwertiges Ambiente ist in diese Größenklasse selten. Jetzt wurde dem Franzosen auch ein so prägnantes neues Gesicht modelliert, dass der Begriff Facelift für eine Modellüberarbeitung einmal wirklich passt. Die Front mit rahmenlosem Kühlergrill ist neuer Stil und ein echtes Design-Statement. Neben der sehr beliebten Diesel-Automatik-Kombination sind auch die Plug-in-Hybridantriebe interessant – bei entsprechender Lademöglichkeit fährt man durch sie im Teilzeit-Elektroauto und hat trotzdem einen Benziner für die Langstrecke in der Hinterhand.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Bisher hat der 3008 vor allem mit seinem Innenraum für Gesprächsstoff gesorgt, jetzt gibt das prägnante neue Gesicht ein Designstatement ab. Neben der beliebten Diesel-Automatik-Kombination sind auch die Plug-in-Hybridantriebe interessant – bei entsprechender Lademöglichkeit fährt man durch sie im Teilzeit-Elektroauto und hat einen Benziner für die Langstrecke in der Hinterhand.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Bisher hat der 3008 vor allem mit seinem Innenraum für Gesprächsstoff gesorgt, jetzt gibt das prägnante neue Gesicht ein Designstatement ab. Neben der beliebten Diesel-Automatik-Kombination sind auch die Plug-in-Hybridantriebe interessant – bei entsprechender Lademöglichkeit fährt man durch sie im Teilzeit-Elektroauto und hat einen Benziner für die Langstrecke in der Hinterhand."

DATEN & FAKTEN

Peugeot 3008

(März 2021)

Preis

30.550 Euro bis 54.150 Euro.

Antrieb

1,-5-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner PureTech 130 (130 PS) mit 6-Gang-Schaltgetriebe oder 8-Gang-Automatik EAT8. 1,-5-Liter-Vierzylinder-Turbo-Diesel BlueHDi 130 (130 PS) mit 6-Gang-Schaltgetriebe oder 8-Gang-Automatik EAT8. HYBRID 225 e-EAT8 (1,5-Benziner plus 1 E-Motor, Frontantrieb, 225 PS), HYBRID 300 e-EAT8 (1,5-Benziner plus 2 E-Motoren, Allradantrieb, 300 PS).

Abmessungen

Gesamtlänge 4447 mm, Gesamthöhe 1620 mm, Gesamtbreite 1841 mm; Kofferraumvolumen 530 – 1.482 Liter bzw. 395 – 1357 Liter (Hybrid).

Gewicht

Leergewicht ab 1.395 kg bzw. 1.836 kg (Hybrid). Höchstzulässiges Gesamtgewicht bis zu 1.990 kg bzw. 2.339 kg (Hybrid).

Fahrwerte

BlueHDi 130 EAT8: Höchtsgeschwindigkeit 192 km/h, 0-100 km/h in 11,5 sec, Normverbrauch nach WLTP 5,1 l, CO2-Emissionen 136 g/km.
HYBRID4 300 e-EAT8: Höchtsgeschwindigkeit 235 km/h, 0-100 km/h in 6,1 sec, Normverbrauch nach WLTP 1,3 l, CO2-Emissionen 30 g/km.
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