loading...

Test: Ford Fiesta 1,0 EcoBoost Hybrid

Test: Ford Fiesta 1,0 EcoBoost Hybrid

Fiesta für Fahrer

Es ist so einfach wie selten: Ein leichtes Auto mit erstklassigem Fahrwerk und guter Lenkung macht flotte Fahrer froh. In der kleinen Klasse sticht der Fiesta mit seinem Bewegungstalent heraus. Was das für den Komfort bedeutet, wie der elektrifizierte 125-PS-Motor abschneidet und wo der Fiesta nach dem 2022er-Update einzuordnen ist, erklärt der Test.

Der Fiesta ist ein Kleinwagen-Klassiker. Wie neu ist der Jahrgang 2022?
Seit 46 Jahren ist der in Köln gebaute Fiesta einer der meistverkauften Kleinwagen in Europa. Die aktuelle, achte Generation (Mk8) startete 2017 und bekam 2022 ein umfassendes Update – der Fiesta ist also nicht das neueste Angebot im B-Segment, die Modernisierung stärkt ihn aber, zudem besitzt er durch sein Bewegungstalent eine seltene Tugend. Hauptkonkurrenten sind unverändert die anderen deutschen Kleinwagen-Klassiker, der 2019 neu auflegte Corsa und der 2021 überarbeitete Polo.
 
Wie steht der Fiesta optisch da?
Er bleibt dem keilförmigen One-Box-Design treu, während einige Konkurrenten wieder zum Zweibox-Konzept mit flacher Motorhaube und aufrechter Frontscheibe zurückgekehrt sind. Der Jahrgang 2022er wurde mit einem größeren Kühlergrill, retuschierten Stoßfängern sowie vorne und hinten neuen Lichtern modernisiert, bei Dunkelheit machen auch die LED-Scheinwerfer was her.
Insgesamt gibt sich der Fiesta in der getesteten Titanium-Ausstattung noch eher unauffällig. Über die – preislich moderaten – Sprünge in nächsthöheren Ausstattungen putzt er sich heraus, vor allem Felgen und Frontschürze werden dann deutlich markanter. Wer sich für einen schicken Fiesta interessiert, sollte die spezielle Ausstattungshierarchie von Ford kennen: Titanium steht für Eleganz, ST-Line für Sport (unser Design-Favorit) und Active für Crossover. Zum Aufpeppen dieser Varianten kann jeweils das X-Upgrade oder das Vignale-Upgrade gebucht werden.
 
Was bietet der Innenraum?
Den Fiesta-Fahrer erwartet ein ergonomisches, aufgeräumtes Cockpit mit solider Materialqualität. Das Design bleibt unauffällig, in den höchsten Ausstattungsstugen sorgen aber schicke Sitzbezüge mit farbigen Ziernähten für Flair.
Der Sitzkomfort ist bestens und auch sehr große Fahrer zwickt es durch die guten Verstellungsmöglichkeiten nirgends. Zentrales Bedienelement ist das hoch oben, nahe am Fahrer platzierte Infotainment-System mit 8-Zoll-Touchscreen. Dessen pragmatisch gestaltete Software reagiert rasch und ist logisch aufgebaut (allerdings läuft im Focus bereits die nächste Generation, also SYNC 4 statt SYNC 3). Per Android Auto oder Apple CarPlay lässt sich das Smartphone spiegeln. Die Sprachsteuerung ist breit gefasst und funktioniert ganz gut. Auch Echtzeit-Verkehrsinformationen für die Festplatten-Navigation sind verfügbar. Optional verfügbar, oder auch in das Vignale-Upgrade verpackt, ist eine digitale 12,3-Zoll-Instrumententafel mit stolzen 31,2 Zentimetern Bildschirmdiagonale, die Informationen großflächig ins direkte Blickfeld des Fahrers rückt. Tech-Fans werden beim Studium der Extraliste auch in der HiFi-Zeile hängenblieben, das Soundsystem steuert gegen Aufzahlung die Edelmarke Bang & Olufsen bei.
Im Gegensatz zum luftigen Raumgefühl der Reihe eins ist das Fondabteil eher eng geschnitten, bis 1,75 Meter Körpergröße kommt man aber auch dort anständig unter. Das Kofferraumvolumen von 292 Litern ist klassenüblich. Für größeres Gepäck muss in der kleinen Klasse auf jeden Fall die Rücksitzbank umgelegt werden, im Fiesta lässt sich das Fassungsvermögen dadurch auf gute 1.093 Liter erweitern. Die vergrößerte Ladefläche steigt nach hinten etwas an.

One-Box-Design: Der Fiesta bleibt bei seiner Keilform – jetzt mit vergrößertem Kühlergrill, Designretuschen und neuen Lichtern.One-Box-Design: Der Fiesta bleibt bei seiner Keilform – jetzt mit vergrößertem Kühlergrill, Designretuschen und neuen Lichtern.
Die neuen LED-Rücklichter gibt es erst in höheren Ausstattungen.Die neuen LED-Rücklichter gibt es erst in höheren Ausstattungen.
Matrix-LED-Scheinwerfer sind optional zu haben – und zahlen sich aus.Matrix-LED-Scheinwerfer sind optional zu haben – und zahlen sich aus.
In der Titanium-Ausstattung ist der Fiesta noch eher unauffällig. Über die preislich moderaten Sprünge in höhere Ausstattungen putzt er sich heraus.In der Titanium-Ausstattung ist der Fiesta noch eher unauffällig. Über die preislich moderaten Sprünge in höhere Ausstattungen putzt er sich heraus.
Wie fährt sich der Fiesta?
Flotte Fahrer fahren nach wie vor sehr gerne Fiesta. Wer Kurvenagilität und gute Rückmeldung in einem Alltagsauto schätzt, ist hier richtig. Als sportives Bewegungstalent der kleinen Klasse profiliert sich der Fiesta ganz ohne PS-Höhenflüge und High-Tech-Gadgets. Sein Rezept ist so einfach wie selten: Ein erstklassiges Fahrwerk und eine besonders gute Lenkung treffen auf ein leichtes Auto – schon wird es unterhaltsam. Wahre Werte, aber erstaunlicherweise keine unnötige Härte: Das Fahrwerk ist vielleicht ein Spur knackiger als der Klassenschnitt, aber nicht straff. Der komfortabel federnde Fiesta ist auch fit für längere Strecken. Kleinwagen sind heute grundsolide Autos, die sich zu echten Allroundern entwickelt haben.
 
Ist der elektrifizierte 125-PS-Motor eine gute Wahl?
Der 1,0-Liter-Dreizylinder-EcoBoost-Benzinmotor wird im Fiesta mit einem 48-Volt-System inklusive Elektromotor hybridisiert. Das Mild-Hybrid-System (MHEV) kann Bremsenergie zurückgewinnen und in der Folge für einen sanften Elektroboost beim Beschleunigen einsetzten. Der gute Testverbrauch von 5,6 Litern zeigt, dass die Entlastungsmaßnahmen für den Benziner Sinn machen.
Zugleich hat der Antrieb hier auch einen sportlichen Touch, der Fiesta zieht aus tiefen Drehzahlen heraus flott an und schwingt sich zu unterhaltsamen Fahrleistungen auf. Die Mitarbeit über das gut gestufte Schaltgetriebe macht aktiven Fahrern Spaß. Der Dreizylinder-Motorklang ist präsent, aber nicht aufdringlich. In tiefen Drehzahlen brummelt es mitunter etwas, man dreht dann lieber etwas flotter hoch – ein Ford mag es eben sportlich.
Ohne MHEV-System kostet der gleiche Motor übrigens 1.250 Euro weniger, er hat dann aber nur 100 PS und verbraucht etwas mehr.
Den Fiesta-Fahrer erwartet ein aufgeräumtes Cockpit mit solider Materialqualität, das vom zentralen Touchsreen dominiert wird.Den Fiesta-Fahrer erwartet ein aufgeräumtes Cockpit mit solider Materialqualität, das vom zentralen Touchsreen dominiert wird.
Das Design bleibt eher unauffällig. Schicke Sitzbezüge bringen Flair rein.Das Design bleibt eher unauffällig. Schicke Sitzbezüge bringen Flair rein.
Griffiges Lenkrad und guter Schaltknauf mit schönem Ledermantel.Griffiges Lenkrad und guter Schaltknauf mit schönem Ledermantel.
Das hoch oben, nahe am Fahrer platzierte Infotainment-System mit 8-Zoll-Touchscreen reagiert rasch und ist logisch aufgebaut.Das hoch oben, nahe am Fahrer platzierte Infotainment-System mit 8-Zoll-Touchscreen reagiert rasch und ist logisch aufgebaut.
Diverse Fahrmodi sind wählbar.Diverse Fahrmodi sind wählbar.
Zoom auf den Sitzbezug der Titanium-Ausstattung.Zoom auf den Sitzbezug der Titanium-Ausstattung.
Im Fiesta lässt sich das Fassungsvermögen auf gute 1.093 Liter erweitern. Die vergrößerte Ladefläche steigt nach hinten etwas an.Im Fiesta lässt sich das Fassungsvermögen auf gute 1.093 Liter erweitern. Die vergrößerte Ladefläche steigt nach hinten etwas an.
Technikfans wird Neues geboten – was sticht heraus?
Von der automatischen Abstandsregelung bis zum Spurhalte-Assistenten ist viel High-Tech an Bord. Unser Lieblingsfeature ist aber das aus höheren Klassen bekannte Matrix-Licht, das bei Gegenverkehr einzelne LEDs ausgeknipst, um Blendung zu verhindern. Der Rest leuchtet weiter, man fährt also mit adaptivem Dauerfernlicht. Kostet 1.000 Euro Aufpreis, ist aber auch ein Gamechanger bei Dunkelheit.
 
Noch eine Anmerkung für Sportler…
Zwei eigentlich. Über die Ausstattungsvariante ST Line lassen sich alle Motoren außer der Einstiegsvariante mit einem noch etwas knackiger abgestimmten Fahrwerk verknüpfen – speziell in der handgeschaltenen 155-PS-MHEV-EcoBoost-Variante wird es dann schon sehr lustig. Und es gibt natürlich noch den Fiesta ST. Der kleine Bruder des viel gepriesenen Focus ST steigert die Handling-Talente des normalen Fiesta noch einmal deutlich und kombiniert sie mit stolzen 200 PS.
 
Das Fazit?
Der Fiesta ist nicht mehr das neueste Angebot im B-Segment, das Update stärkt ihn aber und durch das Bewegungstalent sticht er weiterhin heraus. Auch ein pragmatischer Kleinwagen mit sparsamem Antrieb kann ein Fest für Fahrer sein – das Prinzip ist so einfach wie selten: Ein erstklassiges Fahrwerk und eine besonders gute Lenkung treffen auf ein leichtes Auto – schon wird es unterhaltsam.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Auch ein pragmatischer Kleinwagen mit sparsamem Antrieb kann ein Fest für Fahrer sein. Der Fiesta ist nicht mehr das neueste Angebot im B-Segment, das Update stärkt ihn aber und durch das Bewegungstalent sticht er weiterhin heraus.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Auch ein pragmatischer Kleinwagen mit sparsamem Antrieb kann ein Fest für Fahrer sein. Der Fiesta ist nicht mehr das neueste Angebot im B-Segment, das Update stärkt ihn aber und durch das Bewegungstalent sticht er weiterhin heraus."

DATEN & FAKTEN

Ford Fiesta 1,0 EcoBoost Hybrid Titanium

(August 2022)

Preis

21.500 Euro (mit Titanium-Ausstattung). Einstiegspreis Fiesta 5-Türer: 16.300 Euro.

Antrieb

1,0-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit Turboaufladung und 48-Volt-Mildhybridsystem (MHEV), Leistung 92 kW/115 PS bei 6.000 U/min, Max. Drehmoment 170 Nm bei 1.400 – 4.500 U/min. 6-Gang-Schaltgetriebe. Vorderradantrieb.

Abmessungen

Länge 4.048 mm, Breite 1.735 mm, Höhe 1.490 mm, Radstand 2.493 mm. Kofferraumvolumen 292 – 1.093 Liter.

Gewicht

Eigengewicht ab 1.196 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 1.675 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Beschleunigung von 0 – 100 km/h in 9,4 Sekunden, WLTP-Normverbrauch 5,0 – 5,4 Liter.

Testverbrauch

5,6 Liter.

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

8 Punkte

Vernunft

8 Punkte

Preis-Leistung

7 Punkte

Gesamturteil

8 Punkte
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT