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MARCEL HIRSCHER IN KITZBÜHEL

Dakar-Gedanken und Grand-Prix-Debüt

Was wurde aus den von motorprofis.at beschriebenen Auto-Phantasien von Ski-Superstar Marcel Hirscher? Sie sind noch in der Warteschleife. Aber in Kitzbühel driftete er nun schon mal im Audi. Außerdem liebäugelt er ein "klein wenig" mit einem Rallye-Dakar-Ausflug mit Freund Matthias Walkner – und er ist demnächst erstmals bei einem Grand Prix am Start – in Zell am See. Marcel Hirscher im schnellen Interview.

Schon im September 2019 hatte motorprofis.at über eine mögliche Zukunft von Marcel Hirscher im Rennsport geschrieben.
Nun fügt sich Stück für Stück zusammen, sammelt der wohl größte Skifahrer aller Zeiten Erfahrung für Erfahrung im PS-Bereich.

Am 31.Jänner bzw. am 1. Februar wird er beim kultverdächtigen GP-Icerace in Zell am See am Start sein. Details sind noch nicht bekannt - möglicherweise wird er sich im Ski-jörging mit seinem befreundeten Langzeit-Rivalen Aksel Svindal matchen. Svindal startet im Porsche, Hirscher wäre wohl am logischten in einem Audi. Und vermutlich werden beide eher im Auto sitzen als auf den gewohnten Skiern zu stehen. Es wäre also quasi die erste "Grand-Prix"-Teilnahme für den Doppel-Olympiasieger.

Im Raum schwebt immer noch eine Teilnahme bei der Rally Dakar. Sein bester Freund Matthias Walkner hatte jüngst, halb im Scherz, aber mit ernstem Unterton, von einer gemeinsamen Teilnahme bei der Rallye Dakar phantasiert – im Jahr 2023 und dann in einem Rallye-Auto. Aber all das ist noch Zukunftsmusik, vor allem wenn die Dakar so gefährlich bleibt.

Vertrauter sind ihm sowieso Eis und Schnee. Und auf diesem Terrain hat er nun sein "Comeback" in Kitzbühel gegeben.
Die Story: Vor einem Jahr erklomm Rallycross-Weltmeister Mattias Ekström mit einem Technikträger des ersten vollelektrisch angetriebenen SUV von Audi die „Mausefalle“ – mit 85 Prozent Steigung der steilste Teil der spektakulären Ski-Abfahrt. Möglich gemacht hat das ein spezieller quattro-Antrieb, der für eine Boost-Leistung von bis zu 370 kW und 8.920 Nm Raddrehmoment sorgt. Das entspricht einer Power von über 500 PS.


Mit diesem Kraftpaket bekam es nun Marcel Hirscher anlässlich seines Abstechers nach Kitzbühel zu tun. Im Rahmen der Audi driving experience bewies der Rekord-Champion, dass er nichts an Tempo eingebüßt hat.

Und nahm sich dazu noch Zeit für ein kurzes Interview.


Marcel, deine Rückkehr nach Kitzbühel ist zeitlich begrenzt, ehe das Rennwochenende so richtig Fahrt aufnimmt, bist du schon wieder weg. Stellt das Society-Parkett keinen Reiz für dich dar?
Nicht wirklich. Ich wollte mir die Audi driving experince und die Erfahrungen mit dem e-tron nicht nehmen lassen, daher der kurze Abstecher. So faszinierend das Spektakel und Rundherum ist, ich habe den Rummel in den letzten zwölf Jahren zur Genüge auskosten dürfen und gönne mir jetzt das Privileg die Rennen in aller Ruhe daheim vor dem Fernseher zu verfolgen – mein Adrenalinspiegel war zu Wochenbeginn eh schon hoch genug.


Du sprichst deine Tempojagd mit dem Audi e-tron an, kann man die Power und Dynamik in Worte fassen, wie waren deine Eindrücke und wo siehst du die Vorzüge des e-tron im Straßenverkehr?
Die Beschleunigung ist schon fantastisch, der stufenlose Antrieb einfach gewaltig. Es ist wirklich faszinierend, weil es keine Schaltvorgänge, sondern nur ein Gas gibt. Und die Vorteile des e-tron im Straßenverkehr sind für mich speziell innerstädtisch gegeben. Massiv aufgefallen ist mir die Energierückgewinnung, wenn es beispielsweise leicht bergab geht. Damit hast du praktisch die gleiche Reichweite wie vor dem Wegfahren. Es ist schon sehr cool, wenn man so effizient unterwegs sein kann. Auf längeren Strecken wird es noch ein wenig dauern, bis sich diese Entwicklung vollständig durchgesetzt hat, aber sie wird kommen, da bin ich mir sicher.


Du hast im Rahmen der Audi driving experience einen Instruktor-Kurs durchlaufen, was nimmst du an Learnings für den Straßenverkehr mit?
Dass man alles was man hier gelernt hat ausschließlich auf dem Trainingsgelände lassen, und im Straßenverkehr lieber seiner gemütlichen Linie treu bleiben sollte. Es macht Spaß seine Grenzen ausloten zu können, aber man muss wissen, wo man sich austoben kann und wo nicht.


Du bist ein großer Motorsportfan, kannst du dir vorstellen wie dein „Spezl“ Matthias Walkner einmal an der Rallye Dakar teilzunehmen?
Die Dakar ist auf jeden Fall reizvoll, aber man hat auch heuer die tragischen Konsequenzen und Folgen gesehen, die in diesem Sport passieren können. Reiz und Risiko liegen bei der Rallye Dakar wohl so knapp beieinander, wie sonst in keiner anderen Sportart. Von daher bleibt es derweilen noch bei einer minimalen Liebäugelei.


Du hast während deiner Karriere zwangsläufig jede Menge Straßenkilometer gesammelt, vorwiegend in den Wintermonaten. Wie geübt bist du im Schneekettenanlegen?
Schneeketten anzulegen ist nicht das Problem, allerdings kam ich so gut wie in nie in Verlegenheit dazu. Auf Schnee und glatter Fahrbahn, wenn es rutschig und unangenehm wird, oder auf kurvenreichen Strecken – genau da spielt der quattro seine Stärken aus. Es fühlt sich immer absolut sicher an, dafür war und bin ich sehr dankbar.


Abschließend noch ein kurzer Ausblick auf das kommende Wochenende. Hast du einen Siegertipp, wer macht heuer das Rennen am Ganslernhang?
Mit Tipps tu ich mir generell schwer, aber Clément Noël wird nicht unbedingt die beste Wettquote haben. Wenn er durchkommt wird er am Podium sein. Soweit lege ich mich fest.


 

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