Test: Kia EV5
Die goldene Mitte
Der geräumige EV5 empfiehlt sich als Familien-SUV ebenso wie für Firmen-Flotten. Konkurrenten wie Skoda Enyaq oder Tesla Model Y setzt er ein rundum ausgewogenes Gesamtpaket mit sehr gelungener Abstimmung, feinem Komfortstandard und hoher Reichweiten-Zuverlässigkeit um die 500 Kilometer entgegen.
26.06.2026Fotos: Werk
Um welches Auto geht es?
Mit dem EV5 schließt Kia die Lücke zwischen dem großen EV9 und dem kompakten EV3. Mit 4,61 Metern Länge empfiehlt er sich als Familien-SUV ebenso wie für Firmen-Flotten. Der EV5 tritt im derzeit umkämpftesten und auch schon sehr gut bestückten Elektro-Segment an. Bestseller ist hier das Tesla Model Y, knapp gefolgt vom Skoda Enyaq, Letzterer ist vor allem bei Firmenkunden sehr beliebt. Aber auch VW ID.4, Peugeot 508 oder Opel Grandland sind vertreten. Neben den Ladezeiten gilt die Reichweite als wichtigste Währung, schließlich geht es hier längst nicht mehr nur um die Nutzung in Stadt und Umland mit überschaubaren Tageskilometern. Das thermisch angetriebenes Marken-Pendant zum EV5 ist der praktisch gleich große Sportage.
Wie schaut er aus?
Als Blaupause für das Stromer-Design bei Kia gilt nach wie vor der große EV9, dessen Vorgaben Segment für Segment nach unten maßstabsverkleinert wurden. Faktisch heißt das: kubistischer-Würfel-Look, glatte Flächen und das typische Starmap-Leuchten-Layout. Kia zieht den Look auch im EV5 cool durch, allerdings wirkt alles hier ein bisschen weicher und weniger geometrisch – im Volumensegment muss man sich bei aller Design-Eigenständigkeit doch stärker am Mehrheitsgeschmack orientieren.
Was bietet der Innenraum?
Vom angeblichen Platzgewinn durch den E-Antrieb reden praktisch alle Hersteller, aber nur bei wenigen ist er so eindeutig merkbar. Der EV5 ist äußerst geräumig, Platzangebot und Raumgefühl auffallend großzügig. Weiche, geschäumte Oberflächen und unnötigen Zierrat überwiegen, die Haptik ist durchwegs angenehm. Dominant ist auch hier Kias über zwei Drittel des Armaturenbretts reichender Widescreen mit der dreigeteilten Grafik für Instrumente, Klimasteuerung und Infotainment.
Im Gegensatz zu seinem großen Bruder EV9, der auch mit sieben Sesseln angeboten wird, ist der EV5 nur als Fünfsitzer ausgeführt. Dafür ist das Kofferraumvolumen mit 566 Litern generös, mit umgelegter Rückbank-Lehne werden es gar 1.650 Liter – inklusive stufenloser, vollkommen ebener Ladefläche und variablem Boden – da hat Kia bei den praktischen Details gut aufgepasst. In Summe ist das etwas weniger Fassungsvermögen, als ein Mittelklasse-Kombi bietet, für ein SUV aber ein Top-Wert. Auch Bein- und Kopf-Freiheit in Reihe zwei sind tadellos, dazu fällt der hohe Sitzkomfort hinten auf, optional sind auch die Fond-Plätze mit Sitzheizung und -lüftung ausgestattet – ein sehr seltenes Feature in diesem Segment.
Mit dem EV5 schließt Kia die Lücke zwischen dem großen EV9 und dem kompakten EV3. Mit 4,61 Metern Länge empfiehlt er sich als Familien-SUV ebenso wie für Firmen-Flotten. Der EV5 tritt im derzeit umkämpftesten und auch schon sehr gut bestückten Elektro-Segment an. Bestseller ist hier das Tesla Model Y, knapp gefolgt vom Skoda Enyaq, Letzterer ist vor allem bei Firmenkunden sehr beliebt. Aber auch VW ID.4, Peugeot 508 oder Opel Grandland sind vertreten. Neben den Ladezeiten gilt die Reichweite als wichtigste Währung, schließlich geht es hier längst nicht mehr nur um die Nutzung in Stadt und Umland mit überschaubaren Tageskilometern. Das thermisch angetriebenes Marken-Pendant zum EV5 ist der praktisch gleich große Sportage.
Wie schaut er aus?
Als Blaupause für das Stromer-Design bei Kia gilt nach wie vor der große EV9, dessen Vorgaben Segment für Segment nach unten maßstabsverkleinert wurden. Faktisch heißt das: kubistischer-Würfel-Look, glatte Flächen und das typische Starmap-Leuchten-Layout. Kia zieht den Look auch im EV5 cool durch, allerdings wirkt alles hier ein bisschen weicher und weniger geometrisch – im Volumensegment muss man sich bei aller Design-Eigenständigkeit doch stärker am Mehrheitsgeschmack orientieren.
Was bietet der Innenraum?
Vom angeblichen Platzgewinn durch den E-Antrieb reden praktisch alle Hersteller, aber nur bei wenigen ist er so eindeutig merkbar. Der EV5 ist äußerst geräumig, Platzangebot und Raumgefühl auffallend großzügig. Weiche, geschäumte Oberflächen und unnötigen Zierrat überwiegen, die Haptik ist durchwegs angenehm. Dominant ist auch hier Kias über zwei Drittel des Armaturenbretts reichender Widescreen mit der dreigeteilten Grafik für Instrumente, Klimasteuerung und Infotainment.
Im Gegensatz zu seinem großen Bruder EV9, der auch mit sieben Sesseln angeboten wird, ist der EV5 nur als Fünfsitzer ausgeführt. Dafür ist das Kofferraumvolumen mit 566 Litern generös, mit umgelegter Rückbank-Lehne werden es gar 1.650 Liter – inklusive stufenloser, vollkommen ebener Ladefläche und variablem Boden – da hat Kia bei den praktischen Details gut aufgepasst. In Summe ist das etwas weniger Fassungsvermögen, als ein Mittelklasse-Kombi bietet, für ein SUV aber ein Top-Wert. Auch Bein- und Kopf-Freiheit in Reihe zwei sind tadellos, dazu fällt der hohe Sitzkomfort hinten auf, optional sind auch die Fond-Plätze mit Sitzheizung und -lüftung ausgestattet – ein sehr seltenes Feature in diesem Segment.
Eine coole Ansage in der elektrischen SUV-Mittelklasse: Der Kia EV5 setzt auf ungewöhnlichen Look und eigenständigen, unverwechselbaren Charakter.
Schlichte Heckleuchten, verbunden mit dem waagrechten Lichtband.
Eyecatcher vorne: Kias typisches Starmap-Leuchten-Layout.
Flott ohne PS-Kraftmeierei: Der komfortorientierte EV5 ist für seine Größe und sein Gewicht durchaus agil und überzeugt durch hohe Spurtreue.Mit welcher Technik fährt der EV5 vor?
Hier zieht Kia die Grenze zum Hochvolt-System der größeren Brüder EV6 und EV9: Ab dem EV5 abwärts ist statt der 800 Volt-Architektur die 400 Volt-Technik verbaut. Praktische Abstriche verlangt der Mittelklasse-SUV deswegen nicht. V2L mit praktischer Steckdose im Laderaum ist vorinstalliert, V2H und V2G, also die Einspeisung ins Haus- oder allgemeine Stromnetz, theoretisch möglich. Der EV5 fährt als Standard mit 81,4 kWh-Akku vor, eine effizienzsteigernde Wärmepumpe ist serienmäßig verbaut, wahlweise werden 216 PS mit Vorderrad-Antrieb oder 265 PS mit 4WD geboten. Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 530 Kilometer.
Wie fährt sich der Kia EV5?
Mit den 216 oder 265 PS ist der EV5 für seine Größe und das Gewicht von mindestens zwei Tonnen eher moderat motorisiert. Im Alltag ist der geräuschlose und wunderbar sanfte Antrieb ein Genuss. Mit 8,4 und 7,3 Sekunden ist er dennoch recht flott im Antritt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 165 und 180 km/h.
Tadellos gelungen ist auch die Abstimmung: Selbst mit abrupten Manövern ist es fast unmöglich, den EV5 maßgeblich ins Wanken zu bringen – umso bemerkenswerter, weil er trotzdem klar auf der Komfortseite unterwegs ist, seine Talente also nicht mit einem knüppelharten Sportfahrwerk erzielt. Er empfiehlt sich also generell als lässiger Cruiser, glänzt aber auch bei rasanterer Gangart mit hoher Spurtreue und ausgewogenem Handling.
Der Praxis-Reichweite hat Kia besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Seit dem Design- und Technik-Facelift des EV6 fallen alle E-Modelle der Marke durch äußerst zuverlässige Real-Reichweiten auf – so auch der EV5. Das getestete 216-PS-Modell mit Vorderradantrieb kam im Alltagsgebrauch solide über 500 Kilometer, also weniger als 5 Prozent Abweichung vom Katalog-Versprechen – ein deutlich geringerer Verlust, als bei den Konkurrenz-Modellen in Kauf zu nehmen ist. Auch auf der Autobahn geht es in Richtung 400 Kilometer. Wenn es dann tatsächlich dem Ende der Reichweite entgegengeht: Die maximal 150-kW-Schnell-Ladeleistung des EV5 mögen auf dem Papier nicht beeindrucken, dank langem Plateau auf diesem Level ist der Akku in 30 Minuten aber trotzdem wieder zu 80 Prozent voll – auch diese Angabe bestätigte sich im Praxistest mühelos.
Hier zieht Kia die Grenze zum Hochvolt-System der größeren Brüder EV6 und EV9: Ab dem EV5 abwärts ist statt der 800 Volt-Architektur die 400 Volt-Technik verbaut. Praktische Abstriche verlangt der Mittelklasse-SUV deswegen nicht. V2L mit praktischer Steckdose im Laderaum ist vorinstalliert, V2H und V2G, also die Einspeisung ins Haus- oder allgemeine Stromnetz, theoretisch möglich. Der EV5 fährt als Standard mit 81,4 kWh-Akku vor, eine effizienzsteigernde Wärmepumpe ist serienmäßig verbaut, wahlweise werden 216 PS mit Vorderrad-Antrieb oder 265 PS mit 4WD geboten. Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 530 Kilometer.
Wie fährt sich der Kia EV5?
Mit den 216 oder 265 PS ist der EV5 für seine Größe und das Gewicht von mindestens zwei Tonnen eher moderat motorisiert. Im Alltag ist der geräuschlose und wunderbar sanfte Antrieb ein Genuss. Mit 8,4 und 7,3 Sekunden ist er dennoch recht flott im Antritt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 165 und 180 km/h.
Tadellos gelungen ist auch die Abstimmung: Selbst mit abrupten Manövern ist es fast unmöglich, den EV5 maßgeblich ins Wanken zu bringen – umso bemerkenswerter, weil er trotzdem klar auf der Komfortseite unterwegs ist, seine Talente also nicht mit einem knüppelharten Sportfahrwerk erzielt. Er empfiehlt sich also generell als lässiger Cruiser, glänzt aber auch bei rasanterer Gangart mit hoher Spurtreue und ausgewogenem Handling.
Der Praxis-Reichweite hat Kia besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Seit dem Design- und Technik-Facelift des EV6 fallen alle E-Modelle der Marke durch äußerst zuverlässige Real-Reichweiten auf – so auch der EV5. Das getestete 216-PS-Modell mit Vorderradantrieb kam im Alltagsgebrauch solide über 500 Kilometer, also weniger als 5 Prozent Abweichung vom Katalog-Versprechen – ein deutlich geringerer Verlust, als bei den Konkurrenz-Modellen in Kauf zu nehmen ist. Auch auf der Autobahn geht es in Richtung 400 Kilometer. Wenn es dann tatsächlich dem Ende der Reichweite entgegengeht: Die maximal 150-kW-Schnell-Ladeleistung des EV5 mögen auf dem Papier nicht beeindrucken, dank langem Plateau auf diesem Level ist der Akku in 30 Minuten aber trotzdem wieder zu 80 Prozent voll – auch diese Angabe bestätigte sich im Praxistest mühelos.
Klares, schlichtes Layout ohne unnötigen Zierrat: Im Innenraum des EV5 gibt es keine Naht und keine Leiste zu viel.
Großer Screen mit dreigeteilter Grafik für Instrumente …
… sowie Klimasteuerung und Infotainment.
Die Sitzbezüge des EV5 des EV4 sind aus veganem Material gefertigt, atmungsaktiv und optional mit Sitzheizung und -belüftung ausgestattet.
Rekuperieren über die Lenkradpaddels.
Gangwahl über die Lenkstockhebel.
Großzügig bemessen: Beim Kofferraum lässt sich der EV5 mit 566 Litern Basis-Volumen nicht lumpen. Die Ladefläche ist vollkommen eben.Wie sind die Ausstattungen und Preise einzuschätzen?
Kia bietet den EV5 in den bei den E-Modellen gängigen Ausstattungen Air, Earth, Earth Plus und GT-Line an, zwischen den beiden Erden liegt hier auch noch eine Launch Edition – und das fairerweise für beide Varianten, also FWD und 4WD. Vieles, das für ein Leben an Bord maßgeblich ist, gehört schon zum Air-Umfang, etwa Navigationssystem, Lenkradheizung, USB-Buchsen, Privacy-Verglasung und Over The Air-Updates – hier beginnen die Preise bei 45.590 Euro für den FWD. Wer jeden erdenklichen Komfort dabei haben will, wird erst ab Earth Plus für 50.190 Euro glücklich, die GT-Line ab 54.590 Euro setzt noch sportliche Akzente drauf. Für die 4WD-Modelle werden jeweils 3.000 Euro mehr fällig.
Das Fazit?
Die Mitte glänzt bei Kia. Der EV5 ist ein rundum ausgewogenes Gesamtpaket, das mit viel Platz, sehr gelungener Abstimmung und hoher Reichweiten-Zuverlässigkeit punktet. Sein Komfort-Standard ist beachtlich hoch. Sonderangebot ist der EV5 keines, aber die sind in diesem Segment ohnehin Mangelware. Es zahlt sich hier aber aus, den Ausstattungs-Rechenstift zu zücken, weil Kia da im Umfang wirklich einiges bietet, was bei den Mitbewerbern erst auf der Extra-Liste zu finden ist.
Kia bietet den EV5 in den bei den E-Modellen gängigen Ausstattungen Air, Earth, Earth Plus und GT-Line an, zwischen den beiden Erden liegt hier auch noch eine Launch Edition – und das fairerweise für beide Varianten, also FWD und 4WD. Vieles, das für ein Leben an Bord maßgeblich ist, gehört schon zum Air-Umfang, etwa Navigationssystem, Lenkradheizung, USB-Buchsen, Privacy-Verglasung und Over The Air-Updates – hier beginnen die Preise bei 45.590 Euro für den FWD. Wer jeden erdenklichen Komfort dabei haben will, wird erst ab Earth Plus für 50.190 Euro glücklich, die GT-Line ab 54.590 Euro setzt noch sportliche Akzente drauf. Für die 4WD-Modelle werden jeweils 3.000 Euro mehr fällig.
Das Fazit?
Die Mitte glänzt bei Kia. Der EV5 ist ein rundum ausgewogenes Gesamtpaket, das mit viel Platz, sehr gelungener Abstimmung und hoher Reichweiten-Zuverlässigkeit punktet. Sein Komfort-Standard ist beachtlich hoch. Sonderangebot ist der EV5 keines, aber die sind in diesem Segment ohnehin Mangelware. Es zahlt sich hier aber aus, den Ausstattungs-Rechenstift zu zücken, weil Kia da im Umfang wirklich einiges bietet, was bei den Mitbewerbern erst auf der Extra-Liste zu finden ist.
Fazit von Motorprofis-Tester Stefan Pabeschitz: „Ausgewogenes Gesamtpaket, das mit viel Platz, sehr gelungener Abstimmung und hoher Reichweiten-Zuverlässigkeit punktet. Der Komfort-Standard ist beachtlich hoch."









